KulturBibliothek Nordhausen

Das Projekt

Die KulturBibliothek der Stadt Nordhausen situiert sich als Gebäudeensemble südlich des ehemligen Kornmarkt und qualifiziert die seit mehr als 60 Jahren bestehende städtebauliche Lücke zwischen der gleichnamigen Wohnbebauung und dem Rathaus der Stadt.

Die zentrale Lage im Stadtgefüge, an der Nahtstelle zwischen der mittelalterlich erhaltenen Innenstadt und den Neubauten der Nachkriegsgeneration, gelegen an den infrastrukturellen Verbindungen zwischen Bahnhof, Oberstadt und Unterstadt befähigt das neue Gebäudeensemble zum verkehrlichen, städtbaulichen und gesellschaftlichen Mittelpunkt einer sich neu positionierenden Stadt.

Das Projekt fördert im Sinne des Stadtentwicklungskonzeptes das städtebauliche Leitbild „Neue Mitte“ und erhöht die Lebensqualität für die in Nordhausen lebenden und arbeitenden Menschen. Darüber hinaus gliedert sich das technische als auch funktionale Gebäudekonzept nahtlos in die ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielstellungen und Entwicklung nach der lokalen Agenda 21 für die Stadt Nordhausen ein.

Die öffentlichen Funktionen des Gebäudeensembles mit Bibliothek, Stadtsäle, Tiefgarage und Stadtplatz sind eine Reminiszenz an den mittelalterlichen Stadtkern und eine Wiederbelebung des gesellschaftlichen Mittelpunktes der Stadt.

Darüber hinaus spiegeln die Wegebeziehungen, Funktionsüberlagerungen und -durchmischungen des gesamten Quartiers mit Rathaus, Stadtsaal, Bibliothek, Wohnungen, Einzelhandel, sowie offentlichen Plätzen im Innen- und Aussenraum das Angebot und die Attraktivität eines nachhaltigen Innenstadtquartiers wieder.

Raumstrukturelle und städtebauliche Bedeutung

Das Thüringer Landesamt beschreibt das Gebiet der Kreisstadt Nordhausen als einen Raum mit Verdichtungstendenzen. Das übrige Territorium des Landkreises ist als ländlicher Raum deklariert. Das Regionale Raumordnungsprogramm Nordthüringen der Landesregierung sieht vor, die Stadt Nordhausen zu einem Oberzentrum für die Region Nordthüringen zu entwickeln. Damit wird die qualitative und quantitative Nachfrage an das Freizeit-, Kultur und Erholungsangebot der Stadt steigen und Grundlage für die erfolgreiche und strategische Durchsetzung der angestrebten Ziele sein. Der stabilisierte innenstadtnahe Wohnungsmarkt Nordhausens lässt eine positive Resonanz auf die Funktionen um die neue KulturBibliothek erwarten. Das Angebot und die Qualität der neugeschaffenen Freiräume um die Bibliothek tragen zu einer weiteren Stabilisierung und Belebung der Innenstadt bei.

Geschichte des Ortes

Situation bis zur Zerstörung 1945

Die mittelalterlichen Raumfolgen mit engen Gassen und sich trichterförmig aufweitenden Plätzen prägen das Areal um das Rathaus.
Die Marktkirche St. Nikolai besetzt mit ihrer großen Baumasse den Bereich hinter dem Rathaus. Das Rathaus orientierte sich ausschließlich auf den davor liegenden Platz.

Situation bis zur Umgestaltung des Quartiers am Kornmarkt 2007

Der vollständige Abriss der Marktkirche St. Nicolai hinterlässt eine große Lücke. Die Situation des Quartiers hinter dem Rathaus bleibt bis zum Beginn der Umgestaltung des Quartiers Kornmarkt/ Kranichstraße/ Engelsburg im Jahr 2007 geprägt von unmaßstäblichen, industriell errichteten Wohnungsbauten und ungeordneten Freiräumen. Mit dem Abriss des Wohngebäudes Engelsburg 2 und 4 wird ein erster sichtbarer Schritt zur Umgestaltung des Areals angezeigt.

Situation nach dem Neubau der neuen Stadtbibliothek

Die räumliche Situation um das Rathaus wird neu geordnet. Rathaus und Stadtbibliothek mit Stadtsaal bilden eine neue räumliche und funktionelle Einheit, von der große Impulse für die weitere Belebung der Innenstadt ausgehen. Die Raumkante entlang der Engelsburg wird gefasst. Es wird durch den Neubau der Bibliothek eine maßstäbliche Abgrenzung zur Wohnbebauung des Quartiers Kornmarkt/ Kranichstraße gefunden.