Integriertes Klimaschutzkonzept mit Teilkonzept Wärmenutzung

Montag, 17.Dezember 2012, 07:24 Uhr
Die Stadt Nordhausen erarbeitet derzeit ein integriertes Klimaschutzkonzept, das durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die BMU Klimaschutzinitiative und den Projektträger Jülich GmbH Berlin gefördert wird:

gefördert durch


Ausgangslage

Deutschland steht in den nächsten Jahren vor großen energiepolitischen Herausforderungen. Die Bekämpfung des weltweiten Klimawandels, die Deckung des stetig wachsenden Energiebedarfes unter Berücksichtigung der Endlichkeit fossiler Energieträger sind zentrale Schlüsselfragen des 21. Jahrhunderts. Bisher wurden fast 80% der in Deutschland genutzten Energie bzw. Energieträger importiert. Wegen der in Deutschland begrenzten Vorkommen an Öl und Gas und dem steigenden Steinkohleimport wird sich diese Tendenz weiter fortsetzen, wenn nicht durch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und einer verstärkten Nutzung regenerativer Energien entgegengesteuert wird. Gerade die Reserven von Erdöl und Erdgas sind auf wenige Länder konzentriert. Mehr als 60% der Weltölreserven befinden sich im Nahen Osten und ca. 30% der Erdgasreserven in Russland. Damit stammt ein großer Teil dieser Rohstoffe aus politisch instabilen Regionen mit entsprechenden Versorgungsrisiken.
Hinzu kommt, dass der globale Energiebedarf und die Marktmacht weniger Förderländer die Energiepreise weiter steigen lassen. Mit Blick auf Ressourcenschonung und Versorgungssicherheit müssen wir die Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger drastisch einschränken, unseren Energieverbrauch stark reduzieren und unsere Energieversorgung überwiegend auf die Basis erneuerbarer Energien stellen.
Um wirksamen Klimaschutz zu ermöglichen, sind die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80-95 % reduzieren.

Auch der Weg in das regenerative Zeitalter ist mit einer Transformation des gesamten Energiesystems verbunden. Die Weichen hierfür sind jetzt zu stellen. Bei der konkreten Ausgestaltung dieser neuen Energiezukunft kommt Kommunen, Landkreisen und Regionen eine Schlüsselrolle zu. 100-%-EE-Regionen und Kommunen sind schon heute Schauplatz der Energiewende.

Es sind insbesondere Kommunen und Regionalverbünde, die als Energieverbraucher und -versorger, als Planungs- und Genehmigungsinstanzen, als Gebäude- und Grundstückseigentümer und vor allem auch als Vorbild für die Bürgerinnen und Bürger einen maßgeblichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung haben. Sie nehmen damit eine große Verantwortung wahr, die zugleich mit wirtschaftlichen Chancen, wie der Steigerung der regionalen Wertschöpfung und einem Zuwachs von Arbeitsplätzen vor Ort, verbunden ist.

Integriertes Klimaschutzkonzept Nordhausen

Die Stadt Nordhausen stellt sich diesen Herausforderungen und hat ein durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Klimaschutzinitiative und den Projektträger Jülich gefördertes, Integriertes Klimaschutzkonzept mit Teilkonzept Wärmenutzung erarbeitet. Die Fachhochschule Nordhausen, das Planungsbüro Graw sowie der internationale Kommunalverband der Nachhaltigkeit ICLEI haben in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Nordhausen ein lokal tragfähiges Maßnahmenpaket erstellt und führen erstmals einen für die gesamte Stadt geltenden Energie- und Klimapass ein.

Zielstellung

Ziel des Konzeptes ist es,
• die Treibhausgasemissionen in der Stadt Nordhausen dauerhaft zu senken,
• einen wesentlichen Schritt in Richtung Klimaneutralität zu leisten und
• perspektivisch eine weitgehend erneuerbare sowie versorgungssichere und bezahlbare Energieversorgung in der Stadt Nordhausen zu entwickeln.
Durch das integrierte Klimaschutzkonzept soll gezeigt werden, dass nicht primär Kosten entstehen, sondern für die Stadt Nordhausen auch Einkommen, wirtschaftlicher Erfolg und Wohlstand generiert werden können. Ziel ist es weiterhin, die Akzeptanz für dezentrale Energien in der Bevölkerung zu steigern und die Bürgerinnen und Bürger aktiv zum Mitmachen aufzufordern. Die Beteiligung und das wirtschaftliche Handeln (eigene PV Anlage, Gebäudesanierung, Bürgerwindrad) ist womöglich das stärkste Motiv für eine umfassende Realisierung von kommunalem Klimaschutz.

Vorgehen

Als Grundlage des Konzeptes wird eine fortschreibbare CO2-Bilanz erstellt. Eine großflächige Analyse, welche den aktuellen Stand des Energieverbrauchs als auch der erneuerbaren Energiebereitstellung sowie die Potentiale zur Energieeinsparung und den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Stadt darstellt, ergänzt die CO2-Bilanz. Gleichzeitig werden Möglichkeiten für die regionale Wertschöpfung ermittelt. Insgesamt steht eine fundierte Datengrundlage zur Entwicklung von Klimaschutzmaßnahmen und Projekten für die Stadt Nordhausen zur Verfügung.

Ergebnisse

Das Konzept zeigt konkrete Handlungsansätze für die weitere Vorgehensweise auf und weist nach, dass die Ziele der Thüringer Landesregierung erreichbar sind. Diese stehen nicht im Widerspruch zu einer erfolgreichen, wachsenden Wirtschaft, die auf eine dezentrale Energieversorgung baut.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept mit Teilkonzept Wärmenutzung wird nach Vorstellung und Diskussion in den Fachausschüssen des Stadtrates und nach dessen Beschlussfassung auf der Homepage eingestellt.

Weiterführende Links:
www.bmu-klimaschutzinitiative.de
www.fz-juelich.de/ptj/klimaschutzinitiative


Im Anschluss finden Sie zwei pdf-Dateien der Partner und Förderer des Klimaschutzkonzeptes als Download.

Downloads:

Nordhäuser Stadtgespräch zum KilimaschutzkonzeptKommunalworkshop zum Kilimaschutzkonzept