Bis zum 3. November: Ilsetraut Glock-Grabe-Preisträgerin Ulrike Theusner stellt im Kunsthaus Meyenburg aus

Freitag, 04.Oktober 2013, 11:19 Uhr
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Bild 2: Die Preisträgerin Ulrike Theusner (Mitte) mit den weiteren Bewerbern um den Preis. Im Bild ebenfalls: Der ehrenamtliche Beigeordnete der Stadt, Lothar Emrich (rechts), Kunsthausleiterin Susanne Hinsching (2.v.r.) und Wolfgang Asche, Vorstandvorsitzender der Kreissparkasse Nordhausen (links). Die Kreissparkasse Nordhausen hatte einen Förderpreis ausgelobt. Dieser ging an Tanja Pohl aus Greiz (3.v.l.) und ist mit 1000 Euro dotiert.

Bilöd 2: Die Preisträgerin Ulrike Theusner vor einem ihrer Werke. Fotos: Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen.


Nordhausen (psv) Der Nordhäuser Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung wurde jetzt zum 8. Mal vergeben. Preisträgerin des mit 1.500 € dotierten ist Ulrike Theusner aus Weimar. Ihre Werke und die von weiteren neuen Bewerbern um den Preis sind bis zum 3. November im Nordhäuser „Kunsthaus Meyenburg“ zu sehen.

„Die gebürtige Frankfurterin Ulrike Theusner ist eine sehr offene und wachsame Künstlerin, die alles in sich aufnimmt und verarbeitet, was sie umgibt. Sie ist bereits jetzt eine großartige Künstlerin, die sowohl die Technik der Zeichnung als auch der Druckgrafik exzellent beherrscht und einen ganz eigenen, aber sehr facettenreichen Stil prägt. Die Jury, bestehend aus den Beiratsmitgliedern der Stiftung unter Leitung von Prof. Dr. Kai-Uwe Schierz war von den eingereichten Arbeiten der jungen Künstlerin begeistert, so dass das Urteil einstimmig fiel“, so Kunsthaus-Leiterin Susanne Hinsching.

In der Preisbegründung heißt es: „Ihre Figurenwelt ist manchmal realistisch, manchmal auch skurril verfremdet. Ihre Arbeiten sind stets phantasievoll, wirken teils subtil-naiv, teils verstörend auf den Betrachter. Theusner‘s Themen beleuchten häufig die negativen Seiten des Lebens, ohne dabei moralisierend zu sein. Ulrike Theusner spielt in ihren Arbeiten mit dem Blick auf und unter die Oberfläche, dabei ist ihr kein Motiv zu banal.“

Spielerisch, aber mit faszinierend präzise geführten Strichen, wandelt sie in ihren Arbeiten zwischen Mythos und Gegenwart, Realität und Phantasie, wie z.B. bei der aquarellierten Kaltnadelradierung „Das Ende der Jugend“ oder der Zuckertuscheradierung „Don’t think of the white rabbit.

Einige Werke zeigten ein besonderes Interesse am Fragmentarischen und Fragilen, wie bei der Kaltnadelradierung `Aus den Fugen geraten´, so Frau Hinsching weiter.

Dieser Filigranität setze sie eine kraftvolle Strichführung gegenüber. „Ihre ungewöhnlichen Holzkonstruktionen und Türme ziehen den Betrachter unwillkürlich in ihren Bann – Faszination Technik oder Lust an der Zerstörung? Provisorisches – wie ein zerberstendes Holzhaus – dient gleichsam als Metapher der Gesellschaft. Die Künstlerin zeigt in ihren Werken die positiven und negativen Auswirkungen des menschlichen Schaffens, ohne Menschen in den Arbeiten darzustellen. Deshalb wirken diese aus der Ferne fast abstrakt.“

In letzter Zeit widme sich Ulrike Theusner vermehrt Themen mit historischen Bezügen, die sie dann aber gekonnt und mit ihrem eigenen Zeichenduktus verarbeitet. Sie absorbiert sowohl stilistisch Formen der Renaissance- und Barockmalerei, als auch die Motive der Vergangenheit – wie bei der Zuckertuscheradierung „Utopia“ - und überträgt die tradierten Bilder ins Heute und Jetzt.

Die drei kleinen aquarellierten Kaltnadelradierungen „Der Hellseher“, „Lady Death“ und „Melancholia“ aus der Serie „Nitro Circus“ zeigen grotesk-skurrile, aber prägnante Szenen, welche die Künstlerin mit technischer Finesse umgesetzt hat und die so den Betrachter auf ungewöhnliche und aufwühlende Weise faszinieren.

Das „Kunsthaus Meyenburg“ hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.