KUNST, GOTT UND DIE WELT. „Der unbestechliche Blick“- Albrecht Dürer – Genie der Renaissance

Donnerstag, 19.November 2015, 11:52 Uhr
Nordhausen (psv) „Der unbestechliche Blick- Albrecht Dürer, Genie der Renaissance“ heißt die neue Veranstaltung aus der Reihe „Kunst, Gott und die Welt“, die Walter Martin Rehahn am Mittwoch, dem 2. Dezember 2015, um 19:30 Uhr, im Museum Tabakspeicher präsentieren wird.

DürerAlbrecht Dürer (1471-1528) repräsentiert und überragt so sehr seine Zeit, dass man sie nach ihm benannt hat: Der Begriff „Dürerzeit“ steht für die deutsche Renaissance, die etwa um 1500 beginnt. Mit größter Präzision erfasst der Künstler, was ihn umgibt, sei es ein Rasenstück, ein junger Feldhase, eine Mühle an der Pegnitz oder die Stadt Trient. Ebenso genau studiert er den Menschen, gibt ihn wieder bis ins kleinste Detail und versucht zugleich, ein Idealbild von ihm zu erschaffen.

Die Präsentation mit zeitgenössischer Musik von Walter Rehahn versucht das Leben Albrecht Dürers in allen seinen Stationen nachzuzeichnen und jeweils die wichtigsten Werke zuzuordnen. Dazu gehören die frühen Aquarelle ebenso wie eindrucksvolle Selbstportraits, aber auch Bildnisse von seinen Eltern, seiner Frau und von wichtigen Persönlichkeiten – bis hin zum Kaiser Maximilian I. Große Altarwerke stehen neben berühmten Holzschnittfolgen, wie den Blättern zur biblischen Apokalypse. Der Reformation und der Person Martin Luthers gehörten Dürer Sympathien, wenn er auch nicht, wie die Malerfamilie Cranach, für sie arbeitete. Mit den „Meisterstichen“ schuf er rätselhafte Blätter, über deren Deutung man sich bis heute nicht einig ist. Zeichnungen, die auf seiner niederländischen Reise (1520/21) entstanden, können mit erhaltenen Bauwerken, wie dem Dom und dem Rathaus von Aachen, verglichen werden. Diese Gegenüberstellungen werden auch für seine früheren Reisen durchgeführt, so dass man heute noch nachvollziehen kann, wie Dürer seine Welt erfasst hat – mit unbestechlichem Blick!

Der Referent Walter Martin Rehahn ist freier Dozent und Autor in Halle (Saale) und hat einen Lehrauftrag für Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst an der dortigen Martin-Luther-Universität.