„Thüringer Bücherfrühling“ in Nordhausen: Harry Rowohlt liest am 29. März im Theater

01.März 2010, 14:38 Uhr

Harry RowohltNordhausen (psv) Im Rahmen des „Thüringer Bücherfrühlings“ ist der Verlegersohn, Schriftsteller und Sprachvirtuose Harry Rowohlt zu Gast in Nordhausen. Am Montag, dem 29. März 2010 – zwei Tage nach seinem 65. Geburtstag – liest er um 19:30 Uhr im Nordhäuser Theater. Karten sind ab sofort in der Stadtinformation und im Theater Nordhausen für 10 Euro und ermäßigt für 8 Euro erhältlich. An der Abendkasse kostet die Eintrittskarte 12 Euro.

Zu der Veranstaltung lädt das Nordhäuser Kulturamt als Veranstalter ein. Der Thüringer Bücherfrühling ist eine Initiative des Thüringer Buchhandels und der Thüringer Bibliotheken, koordiniert vom „Erfurter Herbstlese e.V.“

Geboren 1945 in Hamburg, lebt Harry Rowohlt heute in Hamburg-Eppendorf. Bereits sehr früh entwickelte der Stiefsohn des Verlegers Ernst Rowohlt ein ausgeprägtes Interesse an Sprache und Literatur. Nachdem er seine Schulausbildung am Walddörfer-Gymnasium abgeschlossen hatte, absolvierte er bei Suhrkamp eine Lehre zum Verlagsbuchhändler. Danach arbeitete er als Volontär bei Rowohlt und der Grove Press in New York.

Berühmt wurde Harry Rowohlt mit „Pooh´s Corner“, seiner kulturkritischen Kolumne in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Auch als Schriftsteller, Vorleser und Schauspieler erlangte er große Bekanntheit. Gelegentlich ist er als Obdachloser „Harry“ in der „Lindenstraße“ zu sehen. Seit 1971 brilliert er außerdem als Übersetzer von inzwischen etwa 120 Titeln der zeitgenössischen irischen und amerikanischen sowie der Kinder- und Jugendliteratur. Zu den populärsten von ihm übersetzten Büchern zählen wohl A.A. Milnes´ „Pu der Bär“ und Frank McCourts autobiographischer Roman „Die Asche meiner Mutter“.

Harry Rowohlts Werk ist ebenso facettenreich wie seine Person und wurde bereits mehrfach mit wichtigen Medienpreisen ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den „Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau“ (1997), den „Kurd-Laßwitz-Preis“ (1998) und den „Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“ (1999) sowie den Satirepreis „Göttinger Elch“ (2001). 2004 verlieh ihm der WDR den deutschen Hörbuchpreis für „Flan O´Brien, Auf Schwimmen-zwei-Vögel“, und ein Jahr zuvor errang er Platin für 250.000 verkaufte CD´s von „Pu der Bär“. Daneben hat der „Ambassador of Irish Whiskey“ („Botschafter des Irischen Whiskeys“, 1996) schon zweimal den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten (2003 und 2005). In der Begründung für die Preisvergabe an Harry Rowohlt im Jahr 2005 heißt es: „Sein ganzes Schaffen zeichnet sich aus durch höchste Ansprüche an sich selbst und Sprachverliebtheit bis zur Sprachbesessenheit.“

Und nicht zuletzt gibt Harry Rowohlt Lesungen, mit denen er regelmäßig Aufsehen erregt. Denn das Publikum erwartet ein einmaliger Mix aus Sprachgewandtheit und außergewöhnlichem Improvisations- und Bühnentalent, das sich bis zum Exzess steigern kann.





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