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Mit dem Programm „Jugend für Vielfalt“ fördert die Bundesregierung die Entwicklung und Umsetzung von wirksamen Maßnahmen gegen rechtsextremistische Tendenzen, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus insbesondere bei Jugendlichen. Die Verantwortung für das Programm trägt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Dabei geht es vor allem um die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Vermittlung von Werten wie Toleranz und Demokratie im Rahmen der bildungspolitischen Arbeit. Ziel ist, Verständnis für die gemeinsamen Grundwerte und kulturelle Vielfalt zu entwickeln, die Achtung der Menschenwürde zu fördern und jede Form von Extremismus, insbesondere den Rechtsextremismus, zu bekämpfen.
Im Rahmen des Bundesprogramms sind dazu lokale Aktionspläne entwickelt wurden.
Ein lokaler Aktionsplan ist ein geeignetes Instrument zur Steuerung von Entwicklungsprozessen zur Demokratieentwicklung und für die nachhaltige Entwicklung lokaler Bündnisse gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Der Lokale Aktionsplan (LAP) beruht auf einer spezifischen Analyse der Problemlagen im jeweiligen Fördergebiet, verfolgt mit konkreten Maßnahmen und Entwicklungsschritten eine langfristige integrierte Strategie zur Demokratieentwicklung und fördert lokale Vernetzungen und Kommunikationsstrukturen.
Die Stadt Nordhausen zählt zu den zehn Kommunen in Thüringen, die im Rahmen des Bundesprogramms als LAP - Standorte ausgewählt wurden. Bundesweit werden ca. 90 Kommunen einen LAP umsetzen. Die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel zur Umsetzung des LAP betragen pro Jahr 100.000 €. Die maximale Laufzeit beträgt drei Jahre, wobei der LAP jährlich fortgeschrieben werden muss. Zur Erfüllung der Zielstellungen des LAP können Einzelprojekte (mit einem Förderumfang von maximal 20.000 € jährlich) gefördert werden. An der Erstellung des LAP Nordhausen beteiligten sich unter der Federführung des Amtes für Kultur, Soziales und Bildung der Stadt Nordhausen vielfältige Akteure.
Der offizielle Start des LAP Nordhausen war der 1. September 2007.
Termin der Auftaktveranstaltung war der 28. November 2007 im Wilhelm-Humboldt-Gymnasium Nordhausen.
Am 15. November 2008 wurde der zweite Förderzeitraum des Lokalen Aktionsplans bewilligt. Dieser läuft bis Ende 2009 und wird mit vielen neuen Projekten bestückt.
Der Ergebnisbericht für den ersten Förderzeitraum wird bis zum 30. Juni diesen Jahres verfasst.
Zielstellungen des LAP Nordhausen
Leitziel 1 Kompetenzförderung
Der LAP ziel auf die Förderung von Kompetenzen gegen rechtsextreme Strukturen und Tendenzen in der Stadt Nordhausen ab.
Mittlerziel 1.1
Die Bürgerinnen und Bürger können rechtsextreme Strukturen erkennen und deuten, und setzen sich aktiv mit rechtsextremem Gedankengut auseinander
Handlungsziel 1.1.1
Durchführung von Projekten zur Informationsvermittlung und Aufklärung über rechtsextreme Inhalte und Tendenzen
Mittlerziel 1.2
Die Bürgerinnen und Bürger sind offen für die Vielfalt im sozialen Miteinander
Handlungsziel 1.2.1
Es werden Projekte initiiert, die gegenseitige Toleranz und Annäherung befördern und die Vermittlung von Sozialkompetenzen unterstützen
Handlungsziel 1.2.2
Durchführung von Fortbildungen bzw. Trainings für MultiplikatorInnen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zur Reflexion der eigenen Einstellungen und zur Erweiterung der Methodenkompetenzen und Handlungsmöglichkeiten
Leitziel 2 Bildungsarbeit
Der LAP soll interkulturelles Lernen und antirassistische Bildungsarbeit initiieren und begleiten
Mittlerziel 2.1
Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger durch die aktive Einbindung und Heranführung an die Arbeit mit interkultureller Methodik
Handlungsziel 2.1.1
Projektgebundene Zusammenführung von ausländischen Studierenden und SchülerInnen, Schaffung von Begegnungen
Mittlerziel 2.2
Entwicklung von Herangehensweisen zum verantwortungsvollen Umgang mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
Handlungsziel 2.2.1
Es werden Projekte durchgeführt, die interkulturelle Toleranz und Akzeptanz fördern
Leitziel 3 Stadtkultur und Geschichte
Der LAP ziel auf die Auseinandersetzung mit der speziellen Geschichte und der kulturellen Identität der Stadt Nordhausen
Mittlerziel 3.1
Vermittlung von Stadtgeschichte und Entwicklung einer kommunikativen und alltagstauglichen Streitkultur
Handlungsziel 3.1.1
In Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Mittelbau- Dora werden Projekte angeboten
Handlungsziel 3.1.2
Aufbau einer Öffentlichkeitsarbeit
Mittlerziel 3.2
Durchführung von kultur-, theater- und schulpädagogischen Projekten, Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Förderung von Vielfalt, Demokratie und Respekt in Nordhausen
Handlungsziel 3.2.1
Durchführung von Kooperationsprojekten von Kultur- bzw. Bildungseinrichtungen mit Jugendfreizeiteinrichtungen bzw. Schulen
Zielgruppen des LAP Nordhausen
1. Mitläufer sowie Gefährdete der rechten Szene
Einzelne und Gruppen mit ethnozentrischen Vorbehalten bis gefestigter Vorurteilsbildung ohne Auslassung einer Bildungsschicht, aber keine „hart - ideologisierten“ Nazis
2. Kinder und Jugendliche sowie Schüler
Gruppen der Vorurteils- und Schlagwortübernehmenden, die sich sehr nach erfahrbarer Zuwendung über ihre zivilgesellschaftliche Orientierung entscheiden.
3. Bildungsträger
Einzelne SozialpädagogInnen und ErzieherInnen sowie Einrichtungen als Partner und Akteure auch als Multiplikatoren und Projektträger, die zum Teil selbst Träger diffuser Ängste in Fragen des Werteverständnisses und multiethnischer Unsicherheit sind.
4. lokale Deutungsgruppen
Akteure im politischen und soziokulturellen Verantwortungsbereich, die schon oder noch nicht im „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ vertreten sind.
Strukturelle Rahmenbedingungen des LAP Nordhausen
Begleitausschuss
Zur Umsetzung, Steuerung und Fortschreibung des LAP wurde am 16.07.2007 ein Begleitausschuss durch den Nordhäuser Stadtrat berufen. Der Begleitausschuss entscheidet auf der Basis der Zielstellungen des LAP über die Förderung von Einzelprojekten. Im Begleitausschuss sind sowohl VertreterInnen aus Politik und Verwaltung als auch zivilgesellschaftliche Akteure vertreten.
Aktuelle Sitzungstermine des Begleitausschusses sind der Homepage des Lokalen Aktionsplans Nordhausen zu entnehmen: www.lap-nordhausen.de
Lokale Koordinierungsstelle
Die Lokale Koordinierungsstelle ist die zentrale Ansprechpartnerin für den Arbeitsverbund des lokalen Aktionsplanes. Sie gewährleistet den Kommunikationstransfer zwischen allen Beteiligten. Vordergründig besteht ihre Aufgabe darin die Projektträger und alle Interessierten zu beraten. Angesiedelt ist die Koordinierungsstelle beim Schrankenlos e.V. in Nordhausen. In Kooperation mit dem federführenden Amt für Kultur, Soziales und Bildung verwaltet und begleitet sie den LAP.
Ansprechpartnerin
Stadt Nordhausen
Amt für Kultur, Soziales und Bildung
Frau Barbara Roesch
Markt 15
Tel: 03631 / 696-309
E-Mail: kulturplanung@nordhausen.de
Ansprechpartnerin
Koordinierungsstelle
Schrankenlos e. v.
Frau Kati Bothe
Barfüßerstr. 32
99734 Nordhausen
Tel: 03631 / 47 43 900
E-Mail: koordinierung.lap-ndh@web.de
Bewilligte Projekte:
Projekt: „Koordinierungsstelle“
Schrankenlos Nordhausen e.V.
Projekt: „Rasender Reporter“
Offener Kanal Nordhausen e.V.
Projekt: „Instrument of peace- Interkulturelle und interreligiöse Begegnung vonJugendlichen“
Humboldt- Gymnasium Nordhausen
Projekt: „Was hörst du?“
Rockhaus e.V.
Projekt: „Colorful Games“ (interkultureller Spielepark)
Kreisjugendring Nordhausen e.V.
Projekt: „Schrittfolge“
Schrankenlos Nordhausen e.V.
Projekt: „Entwicklung eines pädagogischen Angebotes Nordhausen im Nationalsozialismus“
Jugendsozialwerk Nordhausen e.V.
Projekt: „Interkulturelles Lernen in der frühkindlichen Bildung“
Jugendsozialwerk Nordhausen e.V.
Projekt: „Antisemitismus in der DDR- Ausstellung und Begeleitprogramm“
KZ- Gedenkstätte Mittelbau- Dora
Projekt: „Als ich fremd war“ ein Theaterstück
Theater Nordhausen/ Loh- Orchester Sondershausen
Projekt: „Traum- Spuren“- ein Kunstprojekt für Kinder
Caritas Nordhausen
Projekt: „Integration durch gemeinsame Sporttreiben“
LV Altstadt’ 98 Nordhausen e.V.
Projekt: „Bürgerzeitung“
Bündnis gegen Rechtsextremismus (SJD „Die Falken“)
Projekt: „Widerstand und Verfolgung im NS- Regime“
Regelschule Petersberg
Weiterführende Informationen zu allen Projekten finden Sie auf der Homepage des Lokalen Aktionsplans Nordhausen unter www.lap-nordhausen.de. |