Ortsteile

Steigerthal

Der Ortsteil Steigerthal mit seinen knapp 400 Einwohnern liegt zwischen dem Gipskarstgebiet der „Rüdigsdorfer Schweiz“ und dem reizvollen Waldgebiet des „Alten Stolberg“ in einem von Bergen umgebenen Tal. Die idyllische Landschaft bietet einer Vielzahl seltener und vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Tiere Lebensraum.
1288 ist der Ort zum ersten Mal in einer Urkunde als „Steyertal“ erwähnt. Als die Orte Liebichenrode und Hunoldisdorf im 14. Jahrhundert zerstört werden, ziehen deren Einwohner nach Steigerthal. Typisch für den Ort sind die eng aneinander gebauten Fachwerkhäuser, die zum Teil mit Schiefern verkleidet sind. Die St.- Katharinen - Kirche aus dem 12. Jahrhundert erhält im 17. Jahrhundert ihre heutige Gestalt.

1906 bis 1907 bekommt Steigerthal ein eigenes Wasserleitungsnetz, das Wasser kommt damals aus einer Quelle beim Hunsdorf. In den sechziger Jahren wird Steigerthal an die Nordhäuser Talsperre angeschlossen. 1981 wird unter Beteiligung zahlreicher Einwohner des Ortes eine Festhalle auf dem Festplatz mit der imposanten Linde gebaut. Sie bildet 1988 zur 700-Jahrfeier den Mittelpunkt der einwöchigen Festlichkeiten.

In den neunziger Jahren werden im Rahmen der Dorferneuerungsprogramme der Dorfplatz mit der Wartehalle neu gestaltet, das Feuerwehrgerätehaus saniert und ausgebaut, bei vielen Häusern Dächer und Fassaden erneuert und einige neue Häuser gebaut.

In einer Bürgerbefragung entscheiden sich die Steigerthaler für eine Eingemeindung an die Stadt Nordhausen, welche im März 1999 per Gesetz des Thüringer Landtages vollzogen wird. Noch im gleichen Jahr wird mit dem „Flammenfest“ in der Festhalle der Anschluss an das Erdgasnetz der Stadt Nordhausen gefeiert.

Das gesellschaftliche Leben im Ort wird von der Freiwilligen Feuerwehr und dem Kleintierzüchterverein geprägt. Im November 1999 findet in der Steigerthaler Festhalle die Kreistierschau statt.

Steigerthal
Die Kirche St. Katarina haben die Mönche aus dem Bad Sachsa im 12. Jahrundert errichtet.

Mit seinen Wäldern und schönen Hügeln ist Steigerthal und Umgebung ein beliebtes Ausflugsziel. Der Ortsteil ist zugelich Teil des Karstwanderweges, der den Landkreis Nordhausen auf einer Länge von 56 Kilometern in Ost-West-Richtung durchquert. Vom „Alten Stolberg“ gelangt man über einen Fahrweg zur Ausflugsgaststätte „Kalkhütte“. Über die Gemeinde Steigerthal, die „Pfaffenköpfe“ und die „Rüdigsdorfer Schweiz“ geht der Weg weiter in westlicher Richtung nach Krimderode. Die Gaststätten „Zum Felsenkeller“ und die „Obergrasmühle“ im Ort laden ebenfalls als Wanderziel ein. Am Wanderweg von Nordhausen über Himmelgarten und den „Schwarzen Weg“ stehen drei Steinkreuze, die sogenannten „Glockensteine“. Eine Sage erzählt: Für die Steigerthaler Kirche soll bei einem Stolberger Glockengießer eine Glocke in Auftrag gegeben werden. Da der Meister über einige Zeit nicht anwesend ist, gießt der Geselle die Glocke. Sie gelingt ihm so gut, dass ihr Klang von allen bewundert wird. Der heimgekehrte Meister beneidet den Gesellen darum sehr – und erschlägt ihn.