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August Ephraim Kramer (1817-1885)
Erfinder des Zeigertelegraphens

August Ephraim Kramer (1817-1885)
August Ephraim Kramer ist Pionier des technischen Fortschritts. Seine Erfindung, der Zeigertelegraph, steht seiner Zeit gleichwertig neben den Telegraphen von Werner Siemens.

Er wird am 2. Februar 1817 als Sohn eines Kaufmannes in Nordhausen geboren. Nach dem Gymnasiums studiert er Mathematik und Naturwissenschaften in Leipzig und Berlin und promoviert 1839. Seit 1840 ist er in Nordhausen Gymnasiallehrer für Mathematik und Naturwissenschaften. Intensiv beschäftigen ihn Versuche in Experimentalphysik, er verfasst kürzere wissenschaftliche Abhandlungen.

In der Woche vom 27. Juli bis 1. August 1846 führt er in Nordhausen seine Erfindung – den elektromagnetischen Zeigertelegraphen - erstmals vor: Zwischen dem Gasthaus „Zur Stadt Hannover“ vor dem Altentor und dem Gasthaus „Zum neuen Garten“ überträgt er Texte – auf eine Entfernung von etwa 1,1 Kilometern! Im November 1846 zeigt er den Apparat in Berlin und tritt mit Alexander von Humboldt und Werner Siemens in Kontakt. Hat er sein erstes Modell an den Telegraphenbauer Leonhardt in Berlin verkauft, so entwickelt er eine verbesserte Ausführung – gedrängt durch das Interesse von Eisenbahn-Gesellschaften und der preußischen Telegraphen-Kommission.

Im Mai 1847 installiert Kramer auf der Magdeburg-Leipziger Eisenbahn seinen Telegraphen; Ende 1847 von Köln-Deutz bis Minden für die Köln-Mindener Eisenbahn. Um sich seiner Erfindung widmen zu können, gibt er 1849 sein Schulamt auf. Wegen der wachsenden Konkurrenz beim Telegraphenbaues und der größere Leistungsfähigkeit des Morsetelegraphen zieht sich Kramer aus diesem Gebiet zurück.

1853 heiratet er seine Cousine Sophia Amalia Kaiser. Sohn Reinhold wird 1864 geboren. 1858 baut sich Kramer in der heutigen Wallrothstraße 4 eine Villa. Hier arbeitet er wieder auf mathematischem Gebiet. 1858 wird er Nordhäuser Stadtverordneter und 1874 stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher.

Am 18. März 1885 stirbt Kramer. In den letzten Jahren beschäftigt er sich mit einer „allgemeinen Theorie der 2- und 3-teiligen astronomischen Fernrohrobjektive“ und veröffentlicht dazu vor seinem Tode ein Buch. Er befasst sich auch mit der Konstruktion elektrischer Uhren; seine Hauptleistung ist die Entwicklung des Zeigertelegraphen über verschiedene Stufen zu einem zuverlässigen nachrichtentechnischen Gerät.

[nach: Hans Walter Wichert]

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