Eduard Baltzer
Reformer und Demokrat
Margret Böning
Bildhauerin und Kollwitz-Schülerin
August Ephraim Kramer
Erfinder des Zeigertelegraphens
Ernst Günther Förstemann
Der Heimatforscher
Conrad Fromann
Stadtphysikus und Bürgermeister
Karl Wilhelm Gesenius
der Theologe und Orientalist
Rudolf Hagelstange
der Schriftsteller
Oscar Hasse
Pionier der Blut-Transfusion
Kurt Isemann
Der Nervenarzt
Justus Jonas
Der Lutherfreund
Friedrich Christian Lesser
Prediger und Historiker
Michael Meyenburg
Reformator und Bürgermeister
Jakob Plaut
Der Humanist
Maria Schmidt-Franken
Heimatkünstlerin mit Zigarre
Ida Seele-Vogeler
Die erste Kindergärtnerin der Welt
Johannes Spangenberg
Der Reformator im Südharz
Johannes Thal
Botaniker des Südharzes
Albert Traeger
Politiker und Poet
Friedrich Traugott Kützing
„Nach Algen zog er aus. Mit Lorbeer kehrt`er heim“
Kurt Wein
Histograf der heimischen Botanik
Friedrich Wilhelm Wallroth
Nordhausen bedeutendster Botaniker

Jakob Plaut (1807-1901)
Der Humanist

Jakob Plaut (1807-1901)
Die Brüder Jakob, Moritz und Gustav Plaut sind mit Nordhausen für alle Zeiten verbunden. Insbesondere Jakob Plaut kann wohl mit Hermann Arnold verglichen werden, der in ähnlicher Weise für das Gemeinwohl gewirkt hat.

Am 11. Januar 1817 wird Jakob Plaut, als Sohn von Herz Cusel Plaut und Caroline in Nordhausen geboren. Er besucht das Gymnasium von 1823 bis 1829 bis zur Untersekunda und scheint in den neueren Sprachen und Mathematik eine besondere Befähigung zu haben. Der jüdische Gemeindelehrer N. F. Havelland, der ihn in jüdischer Geschichte, Religion und hebräischer Sprache unterrichtet, bezeichnet ihn „als Muster für seine übrigen Schüler“.

Nach der Handelsschule in Leipzig und einer Lehre im Bankhaus Becker &. Co., tritt er in das väterliche Geschäft. 1852 wurden die Geschäfte der väterlichen Firma H. C. Plaut der Firma Bach und Frenkel übertragen. Die Gebrüder Plaut begründen ein Bankhaus in Leipzig, nachdem sie ein solches auch schon in Berlin eröffnet haben.

Jakob Plaut ist anspruchslos. Seine Ernährungsweise stellt er in den 1860er Jahren auf vegetarische Grundsätze um. Er reist viel und fühlt sich in Italien besonders wohl. Seine hinterlassene Bibliothek bezeugt seine Vorliebe für den Philosophen Baruch Spinoza, aber auch seine außerordentliche geistige Regsamkeit. Umgänglich, freundlich, bei allem sittlichen Ernst ein Freund heiterer Unterhaltung, ist Plaut ein Vorbild in gelebtem Humanismus. Zeugnisse seines philanthropischen Wirkens sind eine Anstalt für Lungenleidende in Nizza, ein Krankenhaus in den französischen Seealpen und wohltätige Stiftungen in Berlin und Leipzig. Nordhausen verdankt ihm neben einer sog. Volkslesehalle unter anderem das Plaut-Stift, ein Altenheim. Er stiftet dafür in Kapitel von 300.000 Mark, zu dem sein Schwager Samuel Frenkel ein Grundstück am Taschenberg und später noch eine beträchtliche Summe schenkt. Das Haus ist durch den Krieg völlig zerstört worden.

Am 4. Februar 1901 stirbt Jakob Plaut in Nizza.

Nordhausen hat Jakob Plaut wie seinen Bruder Moritz zum Ehrenbürger ernannt. Auch eine Straße und eine Treppe erinnern noch heute an seinen hochherzigen Bürgersinn und die gemeinnützigen Taten seiner Brüder. Sie lebten getreu der talmudischen Spruchweisheit: „Es stünde besser um Volk und Welt, hätt' Geld mehr Herz und Herz mehr Geld!“


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