Ausstellung - "Das Königspaar Heinrich I. und Mathilde in Nordhausen als Eltern"
13.05.2012 - 28.09.2012, jeweils Mo, Di, Mi, Do, Fr
Seit dem 13. Mai 2012, dem Datum, als man in Nordhausen den 1085. Tag der Ersterwähnung beging, läuft im Foyer des Alten Rathauses am Markt eine historische Ausstellung, die den Titel Das Königspaar Heinrich I. und Mathilde in Nordhausen als Eltern Kaiser Otto I. trägt. Denn in diesem Jahr jährt sich gleichfalls der Geburtstag Otto I., und zwar zum 1100. Mal, und seine Kaiserkrönung in Rom fand vor 1050 Jahren statt. Die Präsentation wurde von Heidelore Kneffel zusammengestellt. Während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung ist die Besichtigung bis zum Jahresende möglich. Monatlich wird es ab 12. Juli immer am 2. Donnerstag des Monats eine Führung geben, die um 16.00 Uhr beginnt.
Am 13. Mai 927 schenkte König Heinrich I. seiner Frau, der Königin Mathilde, sein Eigengut in Quedlinburg (Quitilingaburg), Pöhlde (Palithi), Nordhausen (Northusae) und Duderstadt (Dudersteti) und die Einkünfte von den Ortschaften Woffleben (Wafilieba) und Gudersleben (Gudisleibon) aus dem Zorgegau (pago Zurega).
Allerdings ist keine Urkunde überliefert, aber durch sekundäre Quellen, so schreibt es der Historiker Hans Silberborth im Band 1 Das tausendjährige Nordhausen, ist das Datum festgehalten. So nahm man in Nordhausen 1927 diese Datierung als Ersterwähnung Nordhausens, obwohl vom 16. September 929 eine Urkunde existiert, die sich im Staatsarchiv in Magdeburg befindet, in der Heinrich seine Schenkung an seine Frau erweitert, denn sie bekommt die genannten Orte, dazu noch Grona, als Wittum mit allen Einkünften auf Lebenszeit. Bedingung war allerdings, dass sie im Witwenstand verbleiben muß. Den ältesten Sohn Otto bestimmt er als seinen Nachfolger.
Dieser Sohn Heinrichs (um 876-936) und Mathildes (um 895-968) kam am 23. November 912 in Wallhausen zur Welt. Am 2. Februar 962 wurde er in der Peterskirche in Rom vom Papst Johannes XII. zum Kaiser gewählt. Diese zwei Jubiläen werden vor allem in Sachsen-Anhalt begangen, besonders in Magdeburg mit einer großen Landes-Ausstellung ab 27. August bis zum 9. Dezember 2012. Sie trägt den Titel: Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter.
Besonders die 1050. Wiederkehr der Kaiserkrönung ist auch für Nordhausen bemerkenswert. Denn als König Otto I. 961 nach Italien aufbrach, gründete seine Mutter Königin Mathilde in Nordhausen ihr letztes Frauenstift etwa dort, wo jetzt der Dom steht mit seinen bemerkenswerten sechs Stifterfiguren im Chorraum und der romanischen Krypta. Die Stiftgründung sollte ein gutes Omen für die bevorstehende Kaisererhebung ihres Sohnes sein. In zwei Lebensbeschreibungen über sie, 974 und nach 1002 verfasst, wird dargelegt, dass sie sich oft und gern hier aufhielt.
965 kehrte Kaiser Otto I. nach Köln zurück, wo er einen Reichstag abhielt. Die ganze Familie, auch Mathilde, war zugegen, die man hoch ehrte. Mehrere Ehen wurden geschlossen, immer getragen von dem Gedanken an Festigung und Mehrung des Einflusses der kaiserlichen Familie.
Otto I. besuchte 965 oder 966 seine Mutter in ihrer letzten Stiftung in Nordhausen, denn er wollte ein weiteres Mal nach Italien aufbrechen. Über diesen siebentägigen Besuch gibt es in der Vita I von 974 über Mathilde einen ausführlichen Bericht. Beide mussten davon ausgehen, dass der Sohn seine betagte Mutter nicht mehr wiedersehen würde. Sie legte ihm die Stiftung in Nordhausen mit eindringlichen Worten ans Herz, denn hier hatte sie seine Schwester Gerberga geboren, die Königin in Frankreich war, und ihren Lieblingssohn Heinrich, den Herzog von Bayern, damals bereits gestorben.
Diese Abschiedsszene wurde 1912/13 von dem bekannten Künstler Hans Looschen aus Berlin im Auftrag der Stadt und Sparkasse für den Plenarsaal im Stadthaus gemalt. Auch ein Bild Heinrich I. entstand und eines von Heinrich dem Löwen, der Nordhausen im Mai 1180 in Brand setzte. Diese großformatigen Gemälde wurden bei der Bombardierung Nordhausens 1945 zerstört. Einige Fotos sind überliefert.
Nach diesen schuf der Maler Ludwig Mucke aus Hamburg 2001/2002 Kopien, die seit zehn Jahren in der ersten Etage des Neuen Rathauses hängen und es Wert sind, mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu gelangen. Initiator für die Auferstehung der drei Gemälde war der Verein für lebendiges Mittelalter, der die Bürger zu Spenden aufrief und selbst ein größeres Scherflein dazu gab.
Die Besichtigung des Domes mit den sechs mittelalterlichen Stifterfiguren im Chor und der romanischen Krypta ist zu empfehlen.
Heidelore Kneffel
Führungen zur Ausstellung sind an jedem 2. Donnerstag im Monat um 16 Uhr.
Am 13. Mai 927 schenkte König Heinrich I. seiner Frau, der Königin Mathilde, sein Eigengut in Quedlinburg (Quitilingaburg), Pöhlde (Palithi), Nordhausen (Northusae) und Duderstadt (Dudersteti) und die Einkünfte von den Ortschaften Woffleben (Wafilieba) und Gudersleben (Gudisleibon) aus dem Zorgegau (pago Zurega).
Allerdings ist keine Urkunde überliefert, aber durch sekundäre Quellen, so schreibt es der Historiker Hans Silberborth im Band 1 Das tausendjährige Nordhausen, ist das Datum festgehalten. So nahm man in Nordhausen 1927 diese Datierung als Ersterwähnung Nordhausens, obwohl vom 16. September 929 eine Urkunde existiert, die sich im Staatsarchiv in Magdeburg befindet, in der Heinrich seine Schenkung an seine Frau erweitert, denn sie bekommt die genannten Orte, dazu noch Grona, als Wittum mit allen Einkünften auf Lebenszeit. Bedingung war allerdings, dass sie im Witwenstand verbleiben muß. Den ältesten Sohn Otto bestimmt er als seinen Nachfolger.
Dieser Sohn Heinrichs (um 876-936) und Mathildes (um 895-968) kam am 23. November 912 in Wallhausen zur Welt. Am 2. Februar 962 wurde er in der Peterskirche in Rom vom Papst Johannes XII. zum Kaiser gewählt. Diese zwei Jubiläen werden vor allem in Sachsen-Anhalt begangen, besonders in Magdeburg mit einer großen Landes-Ausstellung ab 27. August bis zum 9. Dezember 2012. Sie trägt den Titel: Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter.
Besonders die 1050. Wiederkehr der Kaiserkrönung ist auch für Nordhausen bemerkenswert. Denn als König Otto I. 961 nach Italien aufbrach, gründete seine Mutter Königin Mathilde in Nordhausen ihr letztes Frauenstift etwa dort, wo jetzt der Dom steht mit seinen bemerkenswerten sechs Stifterfiguren im Chorraum und der romanischen Krypta. Die Stiftgründung sollte ein gutes Omen für die bevorstehende Kaisererhebung ihres Sohnes sein. In zwei Lebensbeschreibungen über sie, 974 und nach 1002 verfasst, wird dargelegt, dass sie sich oft und gern hier aufhielt.
965 kehrte Kaiser Otto I. nach Köln zurück, wo er einen Reichstag abhielt. Die ganze Familie, auch Mathilde, war zugegen, die man hoch ehrte. Mehrere Ehen wurden geschlossen, immer getragen von dem Gedanken an Festigung und Mehrung des Einflusses der kaiserlichen Familie.
Otto I. besuchte 965 oder 966 seine Mutter in ihrer letzten Stiftung in Nordhausen, denn er wollte ein weiteres Mal nach Italien aufbrechen. Über diesen siebentägigen Besuch gibt es in der Vita I von 974 über Mathilde einen ausführlichen Bericht. Beide mussten davon ausgehen, dass der Sohn seine betagte Mutter nicht mehr wiedersehen würde. Sie legte ihm die Stiftung in Nordhausen mit eindringlichen Worten ans Herz, denn hier hatte sie seine Schwester Gerberga geboren, die Königin in Frankreich war, und ihren Lieblingssohn Heinrich, den Herzog von Bayern, damals bereits gestorben.
Diese Abschiedsszene wurde 1912/13 von dem bekannten Künstler Hans Looschen aus Berlin im Auftrag der Stadt und Sparkasse für den Plenarsaal im Stadthaus gemalt. Auch ein Bild Heinrich I. entstand und eines von Heinrich dem Löwen, der Nordhausen im Mai 1180 in Brand setzte. Diese großformatigen Gemälde wurden bei der Bombardierung Nordhausens 1945 zerstört. Einige Fotos sind überliefert.
Nach diesen schuf der Maler Ludwig Mucke aus Hamburg 2001/2002 Kopien, die seit zehn Jahren in der ersten Etage des Neuen Rathauses hängen und es Wert sind, mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu gelangen. Initiator für die Auferstehung der drei Gemälde war der Verein für lebendiges Mittelalter, der die Bürger zu Spenden aufrief und selbst ein größeres Scherflein dazu gab.
Die Besichtigung des Domes mit den sechs mittelalterlichen Stifterfiguren im Chor und der romanischen Krypta ist zu empfehlen.
Heidelore Kneffel
Führungen zur Ausstellung sind an jedem 2. Donnerstag im Monat um 16 Uhr.
Termin:
13.05.2012 - 28.09.2012, jeweils Mo, Di, Mi, Do, Fr
Ort:
Nordhauen, Rathaus-Foyer
Öffnungszeiten:
zu den Öffnungszeiten des Rathauses
Führungen: am 13. und 27.09. um 16.00 Uhr
Führungen: am 13. und 27.09. um 16.00 Uhr
Veranstalter:
Amt für Kultur und Tourismus, 03631 696316
weitere Infos: