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Bildergalerie: Ehrenbürgerwürde für Lothar de Maizière

Donnerstag, 18.November 2010, 10:17 Uhr
%. Ehrenbürger der Stadt NordhausenNordhausen (psv) Der einzig frei gewählte Ministerpräsident der DDR, der 70-jährige Lothar de Maizière, ist Nordhausens neuer Ehrenbürger.

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke ernannte de Maizière gestern Abend im Audimax der Fachhochschule. Der Nordhäuser Stadtrat hatte sich für die Ehrenbürgerwürde auf Antrag der CDU-Fraktion im Stadtrat ausgesprochen. In der Begründung hieß es: „Herrn Ministerpräsident a.D. Dr. Lothar de Maizière wird als ehemaligem Bürger Nordhausens aufgrund seiner herausragenden Verdienste im Prozess der deutschen Wiedervereinigung die Ehrenbürgerschaft der Stadt Nordhausen verliehen.“ De Maizière wurde am 2. März 1940 in Nordhausen geboren. Im zerstörten Nordhausen erlebte er das Ende des 2. Weltkriegs und die ersten Schuljahre, bevor er mit seiner Familie nach Berlin zog.

„Heimat ist Kindheit - und Nordhausen war meine Kindheit“, sagte de Maizière in seiner Dankesrede nach der Verleihung. In Nordhausen- insbesondere im Haus seines Großvaters – seien zwei wichtige Säulen seines späteren Lebens gewachsen: „Die Liebe zur Musik und die enge Verbundenheit zum evangelischen Glauben.“ Schon bevor er buchstabieren konnte, habe er Noten lesen können“, sagte de Maizière. Prägend sei für ihn auch die Bombardierung der Stadt am 3. und 4. April 1945 gewesen. Er erinnere sich noch heute, wie er von der Wohnung in der damaligen Osterstraße 19 – der heutigen Puschkinstraße - zur Stolberger Straße gegangen sei und von dort aus die Stadt in Trümmern überschaut habe. Er erinnere sich auch noch gut an das Weihnachtsoratorium 1945 in der Blasiikirche. „Man konnte durch das zerstörte Dach den Winterhimmel sehen.“ Ebenfalls im Gedächtnis sei ihm auch der Besuch im Lindenhof als im dortigen Freilichttheater der „Sommernachtstraum“ aufgeführt worden war.

Zu seiner politischen Laufbahn sagte de Maizière, sein wichtiges Ziel sei es gewesen, die DDR geordnet in die Vereinigung zu führen. „Unser Land sollte nicht im Chaos versinken.“

In seiner Laudatio zog Bundestagspräsident Norbert Lammert Parallelen zwischen de Maizières Studium der Viola an der Musikhochschule in Berlin und dessen Wirken als Politiker. „Die Viola ist ein Instrument, dessen ausgezeichnete Eigenschaften am längsten verkannt werden“, sagte Lammert. Für de Maizières Wirken als Politiker gelte, „dass in einer außergewöhnlichen Zeit außergewöhnlich viel bewegt und verändert werden musste. Und dabei legte er eine sehr unterentwickelte Begabung zur Selbstinszenierung an den Tag.“ Unter der Führung von de Maiziere sei es gelungen, „die friedliche Revolution in der DDR zu einem gelungenen Abschluss zu bringen. Lammert zitierte de Maizierè vom Vorabend des 3. Oktober 1990: „Es ist eine Stunde großer Freude, es ist das Ende mancher Illusionen, es ist ein Abschied ohne Tränen“. Lammert sagte weiter einen guten Staat mache aus, dass dort die Menschen nicht danach schauten „was wir gestern waren, sondern was wir morgen gemeinsam sein wollen“. Diese Sichtweise habe sich weder in Ost- noch in Westdeutschland bis heute durchgesetzt. Hinzu komme die „besondere Begabung der Deutschen, Ereignisse, die sie bisher für völlig ausgeschlossen hielten bei ihrem Eintritt sofort für eine Selbstverständlichkeit zu halten und die Sichtweise auf diese Ereignisse dann auch schlagartig zu ändern“ Mit Blick auf die Äußerungen von de Maizière die DDR sei keinUnrechtsstaat gewesen, sagte Lammert: „Das wissen jene am besten, die in diesem Staat gelebt haben, und besser als jene, die ihn aus der Ferne betrachteten.“ Für die Arbeit von de Maizière als erster frei gewählter Ministerpräsident der DDR gelte: „Gearbeitet, geleistet, geglückt und gelungen!“

Fotos: Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen.
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