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Bildergalerie: Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung

Dienstag, 22.November 2011, 09:05 Uhr
Nordhausen (psv) Am Sonntag wurde zum 7. Mal der Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung sowie ein Sonderpreis der Kreissaprkasse Nortdhausen im Kunsthaus Meyenburg verliehen.

Preisträgerinnen
Hier gibt es eine kleine Bildergalerie sowie zur diesjährigen Preisträgerin des Nordhäuser Grafikpreises, Karin Pietschmann (rechts), und zur Sonderpreisgewinnerin, Christine Matzke (links) einige Erläuterungen:

Karin Pietschmann wurde 1966 in Arnstadt geboren, studierte bis 2007 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Hachulla als Meisterschülerin und ist heute freischaffend als Grafikerin in Leipzig tätig.

Die großformatigen Kaltnadelradierungen von Karin Pietschmann haben durch ihre kraftvolle und sehr eng gesetzte Strichführung – die an Kohlezeichnungen erinnern – eine sehr expressive Wirkung. Die Radierungen „Zwei Wände“ und „Säulen“, die auf Leinwand aufgezogen sind und im Foyer präsentiert werden, bestechen den Betrachter durch besonders starke s/w Kontraste.

Karin Pietschmann beschäftigt sich in ihren Werken vor allem mit Räumen, sowohl Innenräume als auch Zwischenräume oder Durchgänge, die dann mittels Aus- oder Durchblicken sowohl verbunden als auch erschlossen werden. Dies geschieht nicht durch Perspektive, sondern durch ein Ineinandergreifen und Überlappen von verschiedenen Flächen, wie in der Arbeit „Zwei Wände“. Durch die Dominanz der schwarzen einzelnen Radierlinien oder Linienbündel erzeugt Karin Pietschmann eine dunkle bis düstere Grundstimmung, die sich auch auf den Betrachter überträgt und die Kälte und das Unbehagen des dargestellten Ortes fast physisch erlebbar macht. Die Kaltnadelradierungen zeigen aber auch die unbegrenzten Möglichkeiten, die die Farbe oder Unfarbe „Schwarz“ bietet und welche die Künstlerin zu ergründen sucht.

Die beiden kleinformatigen Arbeiten „Großer Block“ und „Lineatur“, die ebenfalls als Kaltnadelradierungen ausgeführt worden sind, faszinieren den Betrachter durch die gekonnte Beherrschung und das Experimentieren mit der Technik, der Suche nach dem perfekten Strich, das präzise Setzen jeder Linie, die dann auf dem fertigen Druck wie willkürlich erscheint und damit Blätter von großer Ausdruckskraft erzeugen.

Der Technik der Zeichnung widmet sich Christine Matzke aus Halle. Die gebürtige Sangerhäuserin präsentiert Auszüge aus 2 verschiedenen Serien. Unter dem Thema „Nur rückblickend komme ich weiter“ verbindet Christine Matzke 26 Kohlezeichnungen, die eine zeichnerische Rekonstruktion ihrer Vergangenheit darstellen. Ausgehend von Familienfotos, versucht sie das Vergangene zeichnerisch zu ordnen, zu dokumentieren und zu bewahren. Sie konzentriert sich dabei auf einen Zeitraum jenseits ihrer eigenen Erinnerung. Die Künstlerin beschränkt sich aber nicht nur auf belegbare Ereignisse, sondern ergänzt diese durch Bilder und Geschichten mit wahrhaftigen oder scheinbaren, mit eigenen oder fremden Erinnerungen, die jedem Betrachter einen persönlichen Raum auf der Suche nach der Identität eröffnen. So wird neben Personen auch die Rückseite eines alten Fotos in Sütterlinschrift als Motiv verarbeitet.

Die Arbeiten aus der Reihe „S.C.A.N“ gehören zu Christine Matzkes Diplomarbeit. Ausgangspunkt für diese Bleistiftzeichnungen sind Fotografien, in denen sie den Alltag in kurzen Bildsequenzen abgelichtet hat. Mit parallelen Linien erschafft sie, die Vorlage schnell verlassend, einen inhaltlichen und formalen Rahmen, der aber genügend Spielraum für Eigenständiges und Unvorhergesehenes läßt. In ihren Arbeiten thematisiert sie sowohl Zeit und Bewegung als auch Wahrnehmung. Mit ihrer speziellen Technik der Zeichnungen, den verdichteten Linien und Linienbündeln, erreicht es Christine Matzke sogar, dass ihre Motive – häufig sich selbst Bewegendes wie Blätter oder die Autobahn - veränderbar wahrgenommen werden können.

(Quelle: Text zu den Preisträgerinnen von Susannne Hinsching, Kunsthistorikerin und Leiterin des Kunsthauses)
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