Meldung

Übergabe einer historischen Glocke des Museums Tabakspeicher an die Stadt Sondershausen

Montag, 09. September 2019, 15:13 Uhr
Nordhausen (psv) Oberbürgermeister Kai Buchmann hat heute, am 9. September 2019, die Brauhoff-Glocke aus dem Museum Tabakspeicher an seinen Sondershäuser Amtskollegen, Bürgermeister Steffen Grimm, übergeben. Die Glocke wurde bisher im Museum Tabakspeicher aufbewahrt und war eine der zentralen Exemplare der Sonderausstellung „Die Kirchenglocken von Nordhausen und Umgebung“. In diesem Zusammenhang wurde die Glocke durch den Förderverein Cruciskirche Sondershausen e. V. wiederentdeckt und die Rückgabe, nach einem entsprechenden Gutachten eines Sachverständigen, unbürokratisch zwischen beiden Partnerstädten umgesetzt.

Die Bronzeglocke hat einen Durchmesser von 423 mm und ist 51,5 kg schwer. Aufgrund der Glockengeometrie wird der Schlagton gis angenommen. Eine Klanganalyse ist aufgrund der gesprungenen Glocke nicht möglich. Die Inschriften sind in Fraktur, teilweise in Antiqua („ANNO“ und „DRZS“) mit einer Versalhöhe von 35 mm gehalten. Die kurrenten Buchstaben der Flankeninschrift sind kalligraphisch verziert. Als umlaufende Inschrift ist oben „ANNO. 1783. Gos mich Joh. Wilh. Brauhoff in Nordhausen“ und auf der Flanke „D. R. Z. S.“ erkennbar.
Die Herkunft der Glocke ist derzeit nicht vollständig abgesichert. Heinrich Friedrich Theodor Apfelstedt schreibt im BKD-Inventar über die Kirche St. Crucis in Sondershausen: „Von den beiden kleinen Glocken dieser Kirche ist die größere 1783, die kleinere 1771 von Joh. Wilh. Brauhoff zu Nordhausen gegossen worden; letztere stammt von der vormaligen Hospitalkirche. (Vgl.: Apfelstedt, Heinrich Friedrich Theodor, Heimathskunde für die Bewohner des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen, Heft 1, Sondershausen 1854). Mit der vormaligen Hospitalkirche ist St. Spiritus gemeint, die 1806 letztmalig genutzt wurde. Bisher ging man davon aus, dass diese beiden genannten Brauhoff-Glocken 1916 abgegeben und der Rüstungsindustrie zur Verwertung zugeführt wurden.
Es ist jedoch auch möglich, dass die Glocke von 1783 während der 32 Jahre zwischen 1884 und 1916 gesprungen ist und durch eine andere ersetzt wurde, ohne dass die unbrauchbar gewordene Glocke für einen Neuguss verwendet oder in Zahlung gegeben wurde. Die Vermutung, dass die vorliegende Glocke aus der Cruciskirche in Sondershausen stammt, stützt sich nicht nur auf die Nennung in Apfelstedts Inventar, sondern auch darauf, dass die Kirche 1783 als Waisenhauskirche städtisch genutzt wurde und somit als Auftraggeber des Gusses „Der Rath Zu Sondershausen“ naheliegt, was die Abkürzung erklärt.
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