Meldung

Die Staatliche Grundschule Bertolt Brecht stellt sich vor/ Tag der offenen Tür am Samstag

Freitag, 15. November 2019, 08:07 Uhr
Nordhausen (psv) Am 3. und 4. Dezember 2019, jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr, findet die Anmeldung für Schulanfänger des Schuljahrs 2020/2021 in den Staatlichen Grundschulen in Trägerschaft der Stadt Nordhausen statt. Grund genug uns einmal mit einer der Grundschulen in städtischer Trägerschaft zu befassen und deren Schulkonzept etwas genauer zu beleuchten. Aus diesem Grund stellten wir der Schulleiterin Sabine Biebert fünf Fragen zur Staatlichen Grundschule Bertolt Brecht.

1. Frau Biebert, wie ist Ihre Grundschule organisiert? Welchem Konzept folgt Ihre Schule?
Unsere Grundschule ist dreizügig mit insgesamt 12 Klassen organisiert. Die beiden ersten Klassenstufen der sogenannten Schuleingangsphase werden in sechs Stammgruppen jahrgangsgemischt unterrichtet. Unsere Stammgruppen haben eine Gruppenstärke von 20 bis 22 Kindern. Im Rahmen der Thüringer Stundentafel haben die Klassen der Schuleingangsphase jeweils drei Kursstunden Deutsch und drei Kursstunden Mathematik, in denen nur die Kinder des jeweiligen Jahrgangs anwesend sind. Hier werden vor allem neuer Lernstoff und neue Lerninhalte vermittelt, außerdem werden die Aufgaben für das Arbeiten in der Stammgruppe (Übungsstunden/Wochenplanarbeit) besprochen. Intensives Lernen ist möglich, da nur die halbe Klassenstärke vertreten ist. Individuelle Hilfen und Differenzierung entsprechend dem Leistungstand sind dadurch besser möglich. In allen anderen Fächern werden die Kinder in ihrer Stammgruppe jahrgangsgemischt unterrichtet. Die Klassenstufen 3 und 4 bilden je 3 Klassen.

2. War die Umstellung auf das neue Konzept für Lehrer und Schüler eine Herausforderung?
Die Konzeptumstellung hat ein ganzes Schuljahr gedauert. Die Unterschiedlichkeit der Kinder war und ist für alle Beteiligten eine große pädagogische Herausforderung, es lohnt sich aber, sich dieser zu stellen. Die Pädagogen haben sich intensiv weitergebildet und ihre Methoden weiterentwickelt. Aus dem Kollegium haben sich Teams gebildet, um die Unterrichtskonzeption für unsere Schule zu entwickeln und umzusetzen. Bis heute gibt es wöchentliche Teambesprechungen zu den heimatkundlichen Wochenthemen gemäß dem Lehrplan. Geeignete Lernmaterialien wurden ausgewählt, um differenzierte Bildungsinhalte anzubieten. Eine lernfördernde Umgebung (Gestaltung der Klassenräume) wurde geschaffen, um damit neue Bildungschancen zu ermöglichen.

3. Wie haben Sie die Eltern bei der Einführung mitnehmen können?
Wichtig war auch, die Eltern in vielen Gesprächen und Elternabenden mit dem neuen Konzept vertraut zu machen und sie mit ins Boot zu nehmen, um die Arbeit der Pädagogen wertzuschätzen und uns zu vertrauen. Das ist uns bisher gut gelungen. Was den Eltern auch zusagt, ist der höhere Betreuungsschlüssel für die Kinder. Das Konzept der Stammgruppen führt auch dazu, dass wir weniger Unterrichtsausfall ausweisen können. Das Konzept unserer Schule stellen wir auch den Eltern intensiv in der Anfangsphase nach dem Schulanfang vor und führen sie wie auch die Kinder behutsam an das Neue heran. Daneben gehen wir auch direkt in die Kindergärten, um uns und unser Konzept vorzustellen. Hier haben wir feste und intensive Kooperationen zwischen den Kitas „Tierhäuschen“ und „Kinderwelt am Frauenberg“ und unserer Schule.

4. Würden Sie sagen, dass sich die Umstellung für die Brecht-Schule bewährt hat? Wovon profitieren die Schüler am meisten?
Ja, es hat sich für alle Beteiligten gelohnt, wir sind bereits im zwölften Jahr und immer noch begeistert. Unser Ziel ist, dass jedes Kind individuell seinen entsprechenden Fähigkeiten lernen soll und dabei von den Vorteilen der Jahrgangsmischung profitiert. Das heißt:
  • Natürliches, kindgemäßes Lernen, bei dem an die Erfahrungen der Kinder angeknüpft wird.
  • Das soziale Lernen ermöglicht es den Älteren und Jüngeren ein Lernen voneinander, natürlich unterstützt und begleitet durch die Pädagogen.
  • Das Einhalten von Regeln und Rituale wird weitergegeben und damit gegenseitige Rücksichtnahme vermittelt.
  • Dies stärkt das Selbstwertgefühl, die Unterschiedlichkeit als „normal“ anzusehen führt zur Wertschätzung des Eigenen.
  • Das pädagogische Konzept lässt unterschiedlich Zeit zu und ermöglicht den Schülern ein individuelleres Lerntempo. Damit vermeiden wir aktiv Über- und Unterforderung.
  • Der Wochenplan ermöglicht die wöchentliche Transparenz gegenüber den Eltern: Diese erhalten ein Feedback, „Wo steht mein Kind?“.


5. Zeigt sich dies auch an den Schulleistungen?
Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule gelingt durch unser Konzept kindgemäßer. Die Kinder werden da abgeholt, wo sie stehen. Die Lernfreude muss nicht geweckt, sondern erhalten bleiben. Die Kinder erfahren eine Wertschätzung ihrer Arbeit. Kinder lernen von Kindern. Dies führt zu einer höheren Sozialkompetenz insgesamt. Die Anforderungen des Thüringer Lehrplans werden eingehalten, die Schulleistungen stehen nicht im Vordergrund, sondern die Lernmotivation der Kinder.
Die Jahrgangsmischung löst nicht alle Probleme, geht aber auf die Individualität jedes einzelnen Kindes stärker ein, vom ersten Schultag an und mit Hilfe der Kinder selbst. Die Anmerkung sei mir aber erlaubt: Laut Statistik wechselten in den letzten 10 Schuljahren zwischen 30% und 40% der Viertklässler unserer Schule auf ein Gymnasium.

6. Wie? Wann? Wo? können sich zukünftige Schulanfänger und ihren Eltern zum Schulkonzept, zur Schuleingangsphase oder zum Hort informieren?
Eltern zukünftiger Schulanfänger können sich auf unserer Schul-Homepage unter www.grundschule-brecht.de über das Konzept informieren und damit vertraut machen. Daneben stellen wir unsere Schule jährlich in unseren Kooperationskindergärten im Oktober/November vor.


Ausdrücklich lade ich hiermit alle interessierten Eltern mit ihren Kindern zum „Tag der offenen Tür“ in die Grundschule „Bertolt Brecht“, Petersberg 1, in Nordhausen am Samstag, den 16. November 2019, in der Zeit von 10 Uhr bis 13 Uhr, recht herzlich ein. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Kinder.



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