Meldung
Bestandsrevision im Bauaktenarchiv: Fachfirma erarbeitet Mengengerüst und Schadensgutachten
Seit der Unterbringung der Bauakten nach 1945 im 2. Kellergeschoß des Neuen Rathauses, d.h. einem ehemaligen Luftschutzkeller, ist deren langfristige Erhaltung und zeitgemäße Benutzung durch die unzureichenden klimatischen und archivfachlichen Umstände gefährdet. Starkregen, Baufeuchte, Klimaschwankungen und die schiere Masse des aufgelaufenen Schriftgutes verlangten dringend nach einer umfassenden Revision. Zeitgemäße Bestandserhaltung dürfte freilich nur in anderen geeigneten Räumlichkeiten und mit fachgemäßem Personaleinsatz gewährleistet werden können. Auch kann digitale Sicherung, wie sie z.B. im Stadtarchiv Jena erfolgte, nur nach Klarheit über Umfang, Informationswert, Schutz- und Konservierungsbedarf angegangen werden.
Aufgrund eines Förderantrages des Stadtarchivs aus 2024 konnte die Bestandsrevision jetzt im Rahmen eines mit 6.000 Euro durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und seitens der Stadt Nordhausen mit 10.000 Euro Eigenmittel ausgestatteten Projektes beginnen. Ziel des Projektes ist es, diese Bauakten mengenmäßig zu analysieren, den Arbeits- und Materialbedarf für standardgemäße Schutzverpackung zu ermitteln und mittels eines Schadensgutachtens Handlungsempfehlungen für die Sicherung dieses wichtigen Bestandteils des kommunalen Gedächtnisses vorzugeben. Die nach Ausschreibung im Sommer beauftragte Fachfirma mit Hauptsitz in Neu-Seddin bei Potsdam wird innerhalb von voraussichtlich 25 Arbeitstagen in den Keller des Neuen Rathauses diese Aufgabe bis Jahresende 2025 absolvieren.