Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.

Anfrage an den Oberbürgermeister

Anfrage vom 07. März 2018
gestellt von: Stadtratsmitglied Steffen Iffland
Toilettensituation Hauptbahnhof
Nordhausen ist die größte Kreisstadt in Nordthüringen!
Jüngst beschloss man an anderer Stelle, dass das Verkehrsleitsystem der Stadt ausgebaut werden soll, damit man in Chemnitz, Suhl, München, New York sehen kann, wann in Nordhausen die Busse und Straßenbahnen abfahren.

Doch für die einfache Notdurft eines Menschen ist am Hauptbahnhof nur der Verweis auf die 300 Meter entfernte Südharzgalerie gegeben, welche zudem am Sonntag geschlossen hat.

Auf dem Bahnhof steht ein modernes Toilettengebäude für Damen und Herren und sogar einem behindertengerechten Zugang.
Eine Anfrage an die Stadtwerke mit der Bitte um eine Problemlösung ist von seitens unserer Fraktion schon gestellt worden.

Vorübergehend wäre aber eine Lösung möglich, mit einem Modell, das auch in anderen Städten funktioniert. Am Hauptbahnhof befindet sich die Pizzeria Freddy Fresh. Diese wäre bereit, unter Zuzahlung eines Unkostenbeitrages für Reinigung, ihre Toilette als öffentliche Toilette auszuweisen.

Kann man sich auch in Nordhausen so ein Modell vorstellen?
Könnte die Verwaltung evtl. unter Hinzuziehung der Verkehrsbetriebe Kontakt zur Betreiberin aufnehmen und hierzu verhandeln?
Durch die Deutsche Bahn AG - Station und Service wurden wir von der Schließung der Toilette bereits 2016 informiert. Die Toilette ist von Unbekannten zerstört worden und nicht mehr zu reparieren. Die Behindertentoilette funktioniert nur noch in den Sommermonaten, da die Heizung nicht funktionsfähig ist. Die DB hat uns mitgeteilt, dass sie für einen Bahnhof der Kategorie 3, wie er in Nordhausen betrieben wird, keine Toiletten vorhalten muss. Für Reisende stehen in Zügen Toiletten zur Verfügung. Eine Änderung dieser Auffassung ist nicht durchzusetzen. Es wurde daraufhin von der Stadtverwaltung überlegt, das Toilettengebäude von der DB zu pachten oder zu erwerben und mit eigenen Mitteln in eine maßvolle und nachhaltig nutzbare Toilettenanlage zu investieren. Die Kosten würden sich auf ca.10.000 € belaufen, die laufenden Kosten einer ständigen Bewirtschaftung auf mindestens 3.000 € jährlich. Leider stehen im städtischen Haushalt für die Investition und den Betrieb derzeit keine Mittel zur Verfügung. Als Alternative wurde auch die Mitleistung der Verkehrsbetriebe besprochen, die ja für ihr Personal am Bahnhofsplatz eine Toilette brauchen. Für die Fahrer wurde jedoch nun im Gebäude der Harzer Schmalspurbahnen eine andere Lösung gefunden, so dass eine Mitfinanzierung ausgeschlossen werden musste. Mit der Geschäftsführerin der Fa. Freddy Fresh wurde gesprochen. Sie stellt sich eine Vereinbarung vor, die einen monatlichen Beitrag der Stadt von 100 € netto vorsieht. Dafür wird sie für die tägliche Reinigung und Versorgung mit Seife und Papier sorgen. Die Stadt müsste die entsprechenden Hinweise auf die dann öffentliche Toilette anbringen. Zur Frage der Einnahmen der Toilettenbenutzer muss noch gesprochen werden. Die Stadtverwaltung wird einen Grundsatzbeschluss der Stadt vorbereiten. Für öffentliche Toiletten am Bahnhof und anderen notwendigen Stellen im Stadtgebiet sollten Investitionen und Betriebskosten im städtischen Haushalt eingestellt werden. Dem Stadtrat werde ich die Beschlussvorlage zur Entscheidung vorlegen.
zurück zur Übersicht