Natürliche Sehenswürdigkeiten

Bild: Salza-Quelle: größte Karstquelle Thüringens
Salza-Quelle: größte Karstquelle Thüringens (Foto: Pressestelle)
Der Raum um Nordhausen bietet viele Möglichkeiten zum Erkunden von natürlichen Sehenswürdigkeiten. Nachfolgend sind einige beschrieben:

Salza Quelle/-Spring


Die Salza-Quelle oder der Salza-Spring ist die größte Karstquelle Thüringens. Nach einigen Monaten Verzögerung tritt hier Wasser zu Tage, das zuvor im nördlich gelegenen Gipskarstgebiet versickert war. Die Quelle schüttet durchschnittlich 700 Liter Wasser pro Sekunde aus.

Zum Salza-Quellsystem gehört auch das „Grundlose Loch“, ein kreisförmiger, wasserfördernder Erdfall mit einer maximalen Tiefe von 3,5 Metern. Das aus diesem Quellteich hervortretende Wasser mit einer konstanten Temperatur von etwa 9,5 °C verhindert auch in sehr kalten Wintern ein Zufrieren des Teiches.

Folgende Sage ist vom Grundlosen Loch überliefert:
„Wenige hundert Schritte unterhalb der Salzaquelle stand eine Mühle. Deren Betreiber hatte ein gutes Auskommen, denn die Salza fror selbst im strengsten Winter nicht zu. Eines Tages kam ein Bettler vorbei und bat den Müller um ein Stück Brot. Der geizige Müller gab dem Bettler ein mit Kot beschmiertes Brot. Als der Bettler einige Schritte gegangen war, bemerkte er den Frevel und erzürnte. Der Bettler sprach daraufhin einen Fluch aus und stauchte mit seinem Wanderstab auf den Boden. Im selben Augenblick bebte die Erde und tat sich auf und der Frevler samt Mühle versank in den emporsteigenden Wassermassen. Nachdem sich das Wasser beruhigt hatte, blieb ein kleiner See bestehen. Seitdem heißt diese Stelle das Grundlose Loch.“

Den Salza-Spring erreicht man über die Straße der Opfer des Faschismus in Nordhausen. Er befindet sich in der Nähe der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Karstwanderweg


Am Südhang des Harzes erstreckt sich ein ca. 100 km langer Streifen, an dem die Gesteine des Zechsteines als „grüner Karst“ an die Oberfläche treten. Vorwiegend sind dies die weißen Gipsgesteine. Die gute Wasserlöslichkeit hat innerhalb kurzer Zeiträume eine einzigartige Landschaft geschaffen. Diese zeichnet sich durch mannigfaltige Karsterscheinungen wie Erdfälle, Dolinen, Bachschwinden, Höhlen u. a. aus.

Vor einigen Jahren wurde zwischen Osterode (Niedersachsen) über Nordhausen (Thüringen) und Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) der Karstwanderweg angelegt. Allein in der Region Nordhausen verläuft er über 50 Kilometer Länge mit 40 Erläuterungstafeln.

Einstiegsorte zum Karstwanderweg im Stadtgebiet befinden sich am „Alten Stolberg“, im Ortsteil Steigerthal sowie in Hörningen und am Kohnstein.

Erdfälle im Alten Stolberg


Die Erdfälle im „Alten Stolberg“ zählen zu den markanten Karsterscheinungen. Der geringmächtige Bundsandstein, der auf stellenweise ausgelaugtem Gips liegt, bricht hier trichterförmig in sich zusammen.


Gipskristall aus Steigerthal - „Schwalbenschwanz-Zwilling“


Der im Ortsteil Steigerthal vorkommende Gips besteht an einigen Stellen aus einem durchsichtigen, fast glasähnlichen Gips bildet das sogenannte „Marienglas“. Dieses Glas wurde in früheren Jahrhunderten zur Verzierung von Marienbildern verwendet.


Alabaster Steinbruch an der Straße nach Rüdigsdorf


Der Alabaster-Steinbruch an der Straße nach Rüdigsdorf entstand durch einen historischen Gips-/Alabaster-Abbau und ist heute ein Naturdenkmal.
Eingelagert sind hier zwei Schichten mit Alabasterknollen. Alabaster ist ein besonders reiner und weißer Gips, der sich leicht bearbeiten lässt. Früher fertigte man aus ihm Schmuckelemente wie Figuren, Vasen u.ä.


Hörninger Kuppen


Die Hörninger Kuppen befinden sich zwischen dem Ortsteil Hörningen und Woffleben im 30 Hektar großen Naturschutzgebiet „Sattelköpfe“. Der Wechsel von Wald, Gebüschen, freien Graspartien und einzelnen Gips- und Dolomitfelsen macht den Reiz dieses Gebietes aus und bedingt die Mannigfaltigkeit der anzutreffenden Pflanzen- und Tiergesellschaften wie Kalkbuchenwald, mediterrane Trocken- und Halbtrockenrasen, Blaugrasrasen u. ä.


Schellenberg in Steigerthal


Der Schellenberg im Ortsteil Steigerthal ist ein Bodendenkmal eines prähistorischen Siedlungsplatzes mit geologisch interessantem Aufschluss von Gips und Plattendolomit. Er liegt am westlichen Rand des 12 Kilometer großen „Alten Stolberg“ eines geologischen Kleinods des Gipskarst - mit seiner typischen einzigartigen Flora und Fauna.