"Zwiesprache - Ernst Barlach und Alexander Dettmar"

Ernst Barlach und Alexander Dettmar (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen | Pressestelle)Am 9.3.2013 wurde im Kunsthaus Meyenburg durch Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh eine außergewöhnliche Ausstellung mit dem Titel „Zwiesprache – Ernst Barlach und Alexander Dettmar“ eröffnet, in deren Mittelpunkt zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten präsentiert werden, die auch in einer Beziehung zu Thüringen und Nordhausen stehen. Werke von Barlach befinden sich beispielsweise in der Kunstsammlung des Kunsthauses und der Maler Alexander Dettmar hat auf seiner Mal-Wanderschaft durch Thüringen auch Motive aus unserer Stadt auf Leinwand festgehalten. Das Besondere ist aber vor allem die Beziehung der beiden Künstler zueinander. Zusehen sind 29 Plastiken aus Bronze und Porzellan von Ernst Barlach und 73 Gemälde von Alexander Dettmar.

Nach 2003 werden zum zweiten Mal in Nordhausen Werke des bekannten deutschen expressionistischen Künstlers Ernst Barlach gezeigt, der 1870 in Wedel/Holstein geboren wurde und einen Großteil seines Lebens bis zu seinem Tode 1938 in Güstrow verbrachte.

Alexander Dettmar, der zwar in Freiburg geboren wurde, versteht sich eigentlich als norddeutscher Maler. Die Gemeinsamkeit zu Barlach sieht er z.B. in der „Nördlichkeit“. Auch die Suche nach Einfachheit und das künstlerische Einzelgängertum verbinden die beiden Künstler miteinander.
Dabei ist die erste „gemeinsame“ Ausstellung eher durch einen Zufall entstanden. Der Barlach-Preisträger Alexander Dettmar hatte 1995 eine Ausstellung im Ernst-Barlach-Museum in Wedel. Während der Ausstellung mit seinen Gemälden war die Bronzeplastik „Der Wanderer“ – die übrigens auch hier zu sehen ist – in den Ausstellungsräumen verblieben. Beim Betrachten der zeitgenössischen Gemälde und der expressionistischen Plastik entstanden dann interessante „Zwiesprachen“, die in den folgenden Jahren dann zu mehreren Ausstellungen mit Werken dieser beiden Künstler führten, z.B. in Worpswede oder Rostock.

Alexander Dettmar ist aber nicht nur von der Kunst des Nordens fasziniert, sondern auch die Architekturen und Landschaften in Thüringen haben es ihm angetan. Zahlreiche seiner Werke sind hier entstanden. In Thüringen ist der Pleinair-Maler Alexander Dettmar auch kein unbekannter, sondern seine Arbeiten wurden in Gotha, Erfurt und Weimar gezeigt. Seine Thüringen-Bilder präsentierte das Land sogar in seinen Vertretungen in Rom, Brüssel, Berlin und Budapest.

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Ernst Barlach Museumsgesellschaft Hamburg, dem Künstler Alexander Dettmar und des Kunsthauses Meyenburg. Das umfangreiche Ausstellungsprojekt wurde Dank der finanziellen Unterstützung durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Kreissparkasse Nordhausen möglich.

Die umfangreichen plastischen Leihgaben werden durch druckgrafische Arbeiten ergänzt, die sich im Besitz der im Kunsthaus Meyenburg ansässigen Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung befinden und durch private Leihgaben von Mitgliedern des Fördervereins Kunsthaus Meyenburg e.V.
In diesem Zusammenhang einer großen Ausstellung werden auch die handschriftlichen Briefe von Ernst Barlach gezeigt, die der Güstrower Künstler in den Jahren von 1926 - 1930 an den Nordhäuser Dichter Adolf Scheer geschrieben hat.

Mit dieser Ausstellung wird wir dem Anspruch des Kunsthauses, sich zu einem kulturellen Zentrum in Nordthüringen zu entwickeln, in besonderer wieder in besonderer Weise gerecht.

Zur Sonderausstellung „Zwiesprache“ gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen und Veranstaltungen. Die erste Führung findet am Donnerstag, den 21. März, um 19.00 Uhr statt.
Zeitraum:
09.03.2013 - 12.05.2013
Ort:
Kunsthaus Meyenburg
Veranstalter:
0 36 31 / 88 10 91



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