Kunsthaus Meyenburg

Aktuelle Sonderausstellung

Max Klinger: Tod und Amor

Der schöne Sensenmann - Der Tod in der Kunst

Mit Werken von Ernst Barlach, Roland Berger, Marc Chagall, Herm Dienz, Martin Domke, Friedrich Dornbusch, Nikolaus Glockendon, Arminius Hasemann, Hans Holbein d.J., HAP Grieshaber, Max Klinger, Alfred Kubin, Hanif Lehmann, Gerd Mackensen, Richard Müller, Alfred Rethel, Christian Rohlfs, Johann Rudolf Schellenberg, Max Slevogt, Erik Seidel, Heinrich Vogeler, Christoph Walther u.a.

Am Samstag, den 24. März, um 18 Uhr eröffnet das Kunsthaus Meyenburg eine eigens konzipierte außergewöhnliche Sonderausstellung. Unter dem Titel „Der schöne Sensenmann“ widmet sich das Kunsthaus Meyenburg einem besonderen Thema, das bereits seit vielen Jahrhunderten die Künstler beschäftigt und zu sehr unterschiedlichen Darstellungen angeregt hat. Die Werke zeigen einerseits den jeweiligen zeitkritischen Umgang mit dem Thema Tod, der allgegenwärtig die Menschen gleichermaßen betrifft, aber andererseits soll dem Tod durch seine skurrile Darstellung die Angst und der Schrecken genommen werden.
Die Ausstellung präsentiert sowohl den „personifizierten Tod“, als Knochen- oder Sensenmann, wie er beispielsweise in den vielen „Totentanz-Darstellungen“ des 16. bis 19. Jahrhunderts den Betrachter zugleich verängstigt und fasziniert hat, als auch die Motive „Vanitas“, „Passion“ oder „Krieg und Apokalypse“ sowie „Tod als Clown“ und „Tod und Mädchen“. Eine zentrale Stellung in der Ausstellung nimmt der Zyklus „Vom Tode II“ (1898) von Max Klinger ein. Seine 12 Radierungen ermöglichen, in großartiger grafischer Technik und von vielen Todessymbolen untersetzt, ungewöhnlich tiefe Einblicke in die Psyche des Menschen. Durch die Faszination und Auseinandersetzung mit Traumdeutung, Visionen und Phantasie entstanden gerade im Symbolismus neue Motive, die den Tod auch in Verbindung mit Eros oder dem Laster darstellen.

Die Ausstellung zeigt in 160 Arbeiten von 38 verschiedenen Künstlern die Facetten des Todes und die historische Entwicklung der Todesdarstellungen, die in Europa eng mit der christlichen Ikonographie verbunden ist. Der Ausstellungstitel vereint Gegensätze, die das Thema Tod grundsätzlich auslöst. Durch die Kunst gelingt es, dass das Anziehende überwiegt, und sich die durch das Thema zu erwartende abschreckende Wirkung nicht einstellt.
Zusehen sind Gemälde, Zeichnungen, Kupferstiche, Radierungen, Lithographien sowie Skulpturen aus dem frühen 16. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert. Die Ausstellung zeigt auch, dass sich in der Gegenwart vermehrt Künstler mit diesem brisanten Thema beschäftigen und nach neuen Darstellungsformen suchen. Die Kunstwerke stammen aus der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz SATIRICUM, der Sammlung der Nordhäuser Museen sowie von mehreren Privatleihgebern.


läuft vom 24.03.2018 - 10.06.2018


Ilsetraut Glock: Himmlische Hölle

Zwischen Himmel und Hölle - Ilsetraut Glock

Ab Sonntag wird im KuK, dem Kunsthaus-Keller, eine neue Ausstellung präsentiert, die unter dem Titel „Zwischen Himmel und Hölle“ in gewisser Weise eine Erweiterung des Ausstellungsthemas darstellt. Die Kabinett-Ausstellung präsentiert die Werke von Ilsetraut Glock, der Künstlerin, Kunstsammlerin und Kunstmäzenin, die am 8. April 1915 in Nordhausen als Ilsetraut Grabe geboren wurde. Nach ihrem Abitur hatte sie den ersten Kontakt zur Kunst durch die Nordhäuser Malerin Maria Schmidt-Franken. Von 1935 – 37 studierte sie Malerei und Grafik bei Prof. Wöhler in Hannover, anschließend an der Werkkunstschule Hildesheim. Kurz nach der Aufnahme an die Kunsthochschule Berlin brach der II. Weltkrieg ihre Ausbildung leider ab. 1941 heiratete sie ihren Mann, mit dem sie 63 Jahre glücklich zusammenlebte und übersiedelte kurzeitig nach Berlin. Ihre Tätigkeit als Bühnenbildnerin am Stadttheater Nordhausen von 1947 bis 1948 brachte ihr eine besondere Freundschaft mit dem Künstler Hann Trier und eine Begegnung mit Rudolf Hagelstange. 1950 zog sie als freischaffende Künstlerin nach Bonn.
Ilsetraut Glock lebte und arbeitete über 6 Jahrzehnte in Alfter-Oedekoven bei Bonn und zählt zu den bedeutendsten Rheinischen Künstlern. Auszeichnungen und Kunstpreise, wie die August-Macke-Medaille der Stadt Bonn 1991 oder "Werkwechsel 2" , der Katalogpreis der Bundes-Gedok 1991 und die Ehrenmitgliedschaft der Gedok Bonn 2000 würdigten ihr künstlerisches Schaffen. Ihre Werke sind u.a. im Rheinischen Landesmuseum und dem Kunstmuseum Bonn vertreten. Das Œuvre von Ilsetraut Glock ist breitgefächert und zieht keine sichtbaren Grenzen zwischen Abstraktem und Konkretem, zwischen verschlüsselten und realistischen Botschaften. Ihre Themen waren sowohl Zeit und Geschichte, aber auch Literatur. Ihre Arbeiten, sowohl in Grafik als auch Malerei, zeigen eine dem Wandel und der Relativität entsprechende Formen- und Farbensprache, welche die zum Teil magische Wirkung ihrer Werke erklärt.
Ihre letzte Schenkung erfolgte im Juli 2012 mit ihrem malerischen Spätwerk. Die 6-teilige Arbeit mit dem Titel: „Erinnerungen an den Hades“ ist ebenso in der Ausstellung zu sehen, wie „Aufruhr der Engel“, „Astronauten-Engel“ oder „Himmlische Hölle“.
Als Dank für ihr großes Engagement für die Kunst in unserer Region wurde Ilsetraut Glock 2002 zur Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen ernannt. 2003 wurde ihr vom Thüringer Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel der Thüringische Verdienstorden verliehen.
Durch den Tod von Ilsetraut Glock hat die Kunstwelt am 30. Januar 2013 einen großen Verlust erlitten. In ihren fast 98 Lebensjahren hat Ilsetraut Glock, sowohl die Kunst in ihrer seit 1950 gewählten Heimatstadt Bonn als auch ihrer Geburtsstadt Nordhausen maßgeblich mitbestimmt.


läuft vom 08.04.2018 - 20.06.2018