Museum Tabakspeicher wird 20 Jahre

Freitag, 08.Mai 2015, 10:09 Uhr
Nordhausen (psv) Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Museums Tabakspeicher laden die Stadt Nordhausen, die Museumsmitarbeiter und der Förderverein am Samstag, 16. Mai, um 19 Uhr, zu einem Festempfang in den Tabakspeicher ein. Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh wird der Ehrenbürger von Nordhausen, Andreas Lesser, die Festrede halten.

Am Sonntag, dem 17. Mai, schließt sich ein Tag der offenen Tür von 10 bis 17 Uhr an. Die ersten einhundert Gäste erhalten ein Geschenk! Alle alten Gewerke, die im Museum ausgestellt sind, werden an diesem Tag vorgeführt und bei Interesse kann jeder sein Geschick darin einmal selbst ausprobieren. Darüber hinaus kann bei einer Kautabakbörse gemeinsam gefachsimpelt werden.

Tabakspeicher heute
Auf dem Hof dreht sich für die kleinen Gäste ein historisches Karussell. Am Nachmittag gibt es eine Buchvorstellung der Lesser-Stiftung München. An beiden Tagen werden die Künstler, die schon 1995 bei der Eröffnung begeisterten, wiederrum das Publikum erfreuen.

„Es war der 18. Mai 1995, als ein neues Nordhäuser Museum vom damaligen Bürgermeister Klaus Wahlbuhl und der ehemaligen Museumsleiterin Claudia Ehser feierlich eröffnet wurde“, blickt der jetzige Museumsleiter Jürgen Rennebach zurück. Der stadtälteste Tabakschober, ein Fachwerkgebäude von 1712 in der Bäckerstraße 20, heißt seit diesem Tag Museum Tabakspeicher mit seiner Ausstellung für Handwerk, Gewerbe, Industrie und Landkreisarchäologie. Der Münchner Kaufmann und heutige Nordhäuser Ehrenbürger, Andreas Lesser, hatte das markante Gebäude und Kleinod im Herzen der Stadt zuvor erworben und sanieren lassen.

„Als das von der Nordhäuser Bevölkerung mit großer Begeisterung angenommene Museum schon bald aus allen Nähten platzte, wurde es zwischen 1998 und 2000 mit dem Anbau einer historischen Scheune erweitert“, sagt Rennebach. „Auf nun über 1000 m² Ausstellungsfläche werden bis heute wertvolle Kulturobjekte aus mehreren Jahrtausenden gezeigt. Waren es im Jahr 2004 ca. 7.500 Besucher, so seien es heute über 12.000 jährlich. „Hinter dieser Zahl stehen intensive Arbeit, großer Ideenreichtum und das Herzblut der Museumsmitarbeiter“, sagt er. „Aktiv unterstützt werden wir dabei von den Mitgliedern des Fördervereins Tabakspeicher e.V.“ Beständig sei in all den Jahren auch die Zahl der kulturellen Veranstaltungen angestiegen. Nicht zuletzt, weil auch der Ruf des Museums bald weit über die Grenzen von Nordhausen hinaus drang.

Viele Prominente aus ganz Deutschland seien schon hier als Gast oder als Künstler hier gewesen. Sogar David Copperfield, der weltberühmte amerikanische Meistermagier, zeigte sich bei einem privaten Besuch des Museums hellauf begeistert und trug sich ins Gästebuch ein.

Tabakspeicher 1996
Die Ausstellung, die nicht stadthistorisch ausgerichtet ist, zeigt auf mehreren Etagen in beeindruckender Fülle und Vielfalt wertvolle und einmalige Zeitzeugnisse. Breiten Raum nehmen die für die Stadt mit dem Roland typischen und Nordhausen berühmt gemachten Gewerke der Kautabakindustrie, der Brennerei sowie die Brauerei ein. Im größten Raum des Museums ist die bedeutende Geschichte von Nordhäuser Produktionsbetrieben dargestellt. Eine wahre Schatzkammer sind die faszinierenden Bodenfunde aus dem Landkreis. Sie bilden eine interessante und lehrreiche Sammlung zur Menschheitsgeschichte von der Ur- und Frühzeit bis in das späte Mittelalter.

Nirgendwo sei die Nordhäuser Vergangenheit lebendiger als hier, schwärmt Rennebach. „Das Museum Tabakspeicher ist der Ort der lebendigen Begegnung zwischen Geschichte, Kultur und Besuchern. Vielfältige museumspädagogische Angebote und kreatives Experimentieren erwarten Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene.“

Gezeigt werden jedes Jahr durchschnittlich vier wechselnde, zum Teil auch zum Mitmachen anregende Ausstellungen. Innovativ und spannend. Kulturgeschichte wird so inszeniert, dass die Besucher jeder Altersstufe auf anregende Art ihr Wissen vertiefen können.


Tabakspeicher Scheune 2004Tabakspeicher Scheune 1996