Im Nordhäuser „Kunsthaus Meyenburg“: 9. Ilsetraut Glock-Grabe-Grafikpreis verliehen

Montag, 12.Oktober 2015, 11:27 Uhr
Grafikpreis
Bild1: Die beiden Preisträger (vorn) mit ihren Künstlerkollegen, die auch Arbeiten eingereicht hatten und Teilen der Jury.

Bild: 2: Matthias Muecke

Bild 3: Dana Meyers.

Fotos: Patrick Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen



Nordhausen (psv) Matthias Friedrich Muecke ist Träger des 9. Grafikpreises der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung.
Dana Meyers erhält den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis der Kreissparkasse Nordhausen

Die Preise wurden am Sonntag im Nordhäuser "Kunsthaus Meyenburg" verliehen durch Kulturdezernentin Hannelore Haase, Kunsthausleiterin Susanne Hinsching und Wolfgang Asche, den Vorstandsvorsitzenden der Nordhäuser Kreissparkasse.
Muecke erhielt den Preis für seinen Bildband "Klabund. Das tanzende Terrarium. Grotesque sentimental."
Dana Meyers wurde ausgezeichnet für ihre Holzschnitte mit Motiven ihrer Vietnamreise im Jahr 2013
Insgesamt hatten 114 Künstler aus ganz Mitteldeutschland eingereicht. Die 14 Künstler der Endauswahl zeigen ihre Bilder bis zum 15. November im "Kunsthaus Meyenburg.

Frau Haase sagte, dass der Glock-Grabe-Preis einer der wichtigsten und kontinuierlichsten verliehene Grafikpreis Mitteldeutschlands sei.

In der Laudatio für den Leipziger Muecke sagte Susanne Hinsching: „Das Künstlerbuch besteht aus originalen Grafiken, die im Handsiebdruck in einer Auflage von 50 Exemplaren hergestellt wurden. Alle Exemplare sind nummeriert und signiert. Matthias Friedrich Muecke sagt von sich selbst: „Ich will Alles und Nichts zu gleich!” Er ist sowohl Maler, Grafiker als auch Buchgestalter, der die Technik der Zeichnung als auch der Druckgrafik exzellent beherrscht und einen ganz eigenen Stil prägt.

Matthias Friedrich Muecke hat mit Künstlerbüchern bereits längere Erfahrungen, so hat er 2008 das Buchprojekt „Von Fischen und anderen Vögeln“ oder 2013 „Surabaya-Johnny“ ebenfalls in der Edition Mueckenschwarm gestaltet.

Die Anregung zu diesem Buch kam durch den Text des Dichters Klabund, der als Symbolfigur der Goldenen Zwanziger heute fast vergessen ist. Klabund schrieb den Gedichtzyklus »Das tanzende Terrarium« vor rund einhundert Jahren.

Skurriles, Witz und Absurdität. So tanzen und schweben groteske Gestalten durch das Buch, dem es auch sonst weder an Kuriositäten noch an erotischen Anspielungen fehlt. Seine Figurenwelt ist manchmal realistisch, manchmal auch skurril verfremdet. Die Arbeiten sind stets phantasievoll, wirken teils subtil-naiv, teils verstörend auf den Betrachter. Muecke spielt in seinen Arbeiten mit dem Blick auf und unter die Oberfläche, dabei ist ihm kein Motiv zu banal. Spielerisch, aber mit faszinierend präzise geführten Strichen, wandelt er in seinen Arbeiten zwischen Mythos und Gegenwart, Text und Phantasie. Der Künstler zeigt in seinen Werken auf humorvolle und skurrile Weise die positiven und negativen Auswirkungen des menschlichen Seins. Sein Ziel war es auch, mit diesem Buchprojekt einen vergessenen Schriftsteller dem kunstinteressierten Betrachter näher zu bringen.“

Bei Dana Meyers lobte die Jury: „Ihre faszinierende Holzschnitte sind durch ihr filigranes Liniengeflecht eher untypisch für die Technik des Holzschnittes. Die Künstlerin, die 1982 in Halle geboren wurde und an der Burg Giebichenstein in Halle studierte, erschafft kleinformatige Blätter, die durch die sich überlagernden Linien und Strukturen auf den ersten Blick eher abstrakt erscheinen. Beim genauen Betrachten entstehen dann aus diesem Liniengeflecht urbane Formen, Häuser, Städte, Flußlandschaften. Ihre Motive zeigen deutlich den Einfluß ihrer Reisen durch Vietnam 2013 und so stellt sie die Städte Hanoi oder Saigon dar die Dschunken auf dem Bai Tu Long Bay. Ihre Darstellungsweise ist realistisch und perspektivisch genau und zeigt auch die Einflüsse der asiatischen Kunst. Die Künstlerin ist immer wieder getrieben nach neuen Erlebnissen, Entdeckungen in fremden Kulturen, nach neuen Farben und neuen Formen. Deshalb bricht sie auf, um neues zu entdecken und dann nach ihrer Rückkehr zu Hause ihre Erlebnisse und die daraus resultierenden Gedanken in ihrer Kunst verdichtet umzusetzen. So entstanden auch die ausgestellten Werke, die eine ganze Serie bilden.“