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Start für wissenschaftliche Studie „Nordhausen April 1945: Hintergründe, Opfer, Erinnerung“

Freitag, 02. August 2019, 14:23 Uhr
Nordhausen (psv) Am 5. Dezember 2018 beschloss der Stadtrat der Stadt Nordhausen die Beauftragung eines unabhängigen Forschungsprojektes zum Thema „Nordhausen April 1945: Hintergründe, Opfer, Erinnerung“. Kernpunkte der Studie sind die Bombenangriffe auf Nordhausen kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges und mit der damit verbundenen weitgehenden Zerstörung der Stadt. Es ist das bislang größte geschichtswissenschaftliche Forschungsprojekt, welches die Stadt eigenständig in Auftrag gibt. Begleitet wird es von einem internationalen wissenschaftlichen Beirat. Mit der Umsetzung beauftragt wurde nach einem Auswahlverfahren der Berliner Historiker Jens Schley.

Am 20.06.2019 konstituierte sich der vom Oberbürgermeister berufene wissenschaftliche Beirat. Ihm gehören folgende renommierte und im Themenfeld einschlägig tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an: Prof. em. Dr. Claus Füllberg-Stolberg (Hannover), Dr. Regine Heubaum (Nordhausen), Dr. Stefan Hördler (Weimar), Prof. Dr. Christiane Kuller (Erfurt), Ass. Prof. Dr. Helen Roche (Durham/Großbritannien), Prof. Dr. Malte Thießen (Münster). Nach Sichtung und Bewertung der Ausschreibungsergebnisse wurde Jens Schley (M.A.) vom wissenschaftlichen Beirat einstimmig ausgewählt und hat in der Folge den Werkvertrag unterschrieben. „Es ist für mich eine große Herausforderung und auch Ehre, hier von einem unabhängigen wissenschaftlichen Standpunkt aus eine Diskussion begleiten zu dürfen, die die Erinnerungskultur Nordhausens über Jahrzehnte prägte und immer noch prägt. Mein Ziel ist es, dieser sehr vielschichtigen und auch kontroversen Diskussion bereits vorhandene und dann auch neue Forschungsergebnisse in Form einer kompakten und nachhaltigen Studie zum Kriegsende in Nordhausen 1945 produktiv gegenüberzustellen,“ so der Historiker.

Der Stadtratsbeschluss zum Forschungsprojekt gibt dabei den Rahmen der Studie vor. „Es geht um eine wissenschaftliche Rekonstruktion und Einordnung der Luftangriffe auf Nordhausen am 3. und 4. April 1945, um eine möglichst genaue Analyse der Zahlen zu den Luftkriegstoten und eine Einordnung des politischen und gesellschaftlichen Gedenkens an die Luftangriffe nach 1945 bis in die Gegenwart,“ ergänzt Schley. Für die Studie wird sich der Wissenschaftler der zugänglichen Archive und Quellen bedienen. „Neben den behördlichen Überlieferungen ermöglichen natürlich auch die persönliche Zeitzeugenschaft das ganze Bild. Hierbei wird es aber auch sehr wichtig sein, die angesprochenen sehr unterschiedlichen Personengruppen zu berücksichtigen, die im April 1945 zum Zeitpunkt der Bombenangriffe gleichzeitig an einem Ort waren,“ so der Historiker abschließend.
Jens Schley ist geborener Weimarer und hat einschlägig zur Geschichte der NS-Zeit geforscht. Er hat inzwischen seine vorgeplanten Forschungen aufgenommen.

Den Stadtratsbeschluss finden Sie unter http://www.nordhausen.de/allris. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Stadt Nordhausen.

[Foto: Jens Schley, M.A. und Bürgermeisterin Jutta Krauth, ©Stadtverwaltung Nordhausen]

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