Ortsteile

Leimbach

Der Ortsteil Leimbach liegt östlich der Kernstadt, am Rande des Landschaftsschutzgebietes „Alter Stolberg“. Leimbach hat rund 800 Einwohner und ist mit einer Fläche von ca. 13 km² der flächenmäßig größte Ortsteil der Stadt. Zu Leimbach zählt auch der kleine Ort Himmelgarten zwischen Leimbach und der Kernstadt.

Die Geschichte der Besiedlung des Leimbacher Gebietes reicht weit zurück. In den 1980er Jahren stieß der Nordhäuser Bodendenkmalpfleger Kurt Lützkendorf in der Leimbacher Gemarkung auf Spuren, die auf eine Siedlung der aus dem südpolnischen Raum stammenden Przeworsk-Kultur hindeutete. Dadurch inspiriert, führten Archäologen der Freien Universität Berlin von 2010 bis 2014 ein Grabungs- und Forschungsprojekt in der Nähe der Unteren Grasmühle durch. Die Ergebnisse belegen, dass dort Menschen dieser Kultur im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. lebten. Warum die Siedlung wieder aufgegeben wurde, konnte nicht geklärt werden. Hinwiese auf ein gewaltsames Ende gab es nicht.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Leimbach im Jahr 1254 in einer Verkaufsurkunde. 1295 wird auf den Überresten des zerstörten Dorfes Rossungen das Kloster Himmelgarten errichtet. Dieses wird 1525 im Bauernkrieg geplündert und zerstört. Die Mönche konnten rechtzeitig nach Nordhausen fliehen und die wertvolle Klosterbibliothek (Himmelgarten-Bibliothek) vor der Vernichtung retten. Sie ist durch glückliche Umstände größtenteils erhalten geblieben und heute im Stadtmuseum „Flohburg“ untergebracht.

Im Jahr 1395 gehört Leimbach zur Grafschaft Hohnstein-Heringen. 1700 wird Leimbach in das Kurfürstentum Hannover eingegliedert.

Am 5. Dezember 1921 wird Leimbach an die Stromversorgung angeschlossen. Im gleichen Jahr findet auch die Einweihung des Kriegerdenkmals statt.

Zum 1. Juli 1994 erfolgte per Gesetz die Eingemeindung von Leimbach in die Stadt Nordhausen.

Ein besonders markantes Bauwerk in Leimbach ist die St. Martin- Kirche mit ihrem achteckigen Turm. Sein heutiges barockes Aussehen erhielt die Kirche nach zahlreichen Umbauarbeiten etwa in der Zeit zwischen 1750 und 1801. Im Jahr 1801 wurde der Turm komplett neu errichtet. Seit 2006 finden umfassende Sanierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich statt.

Sehenswert sind in Leimbach außerdem liebevoll restaurierte Bauernhäuser sowie das Heimatmuseum.
Die Umgebung von Leimbach ist bei Wanderern sehr beliebt. Am Rastplatz „Schmidts Ruhe“, oberhalb der Ortslage, bietet sich ein herrlicher Blick über die Goldene Aue.

Die Leimbacher bekamen den Spitznamen „Musdiemen“, denn Pflaumenmus war in früheren Zeiten die Lieblingsspeise der Leimbacher. In der Umgebung des Dorfes standen zahlreiche Zwetschgenbäume. Nach der Ernte wurde das in großen Mengen gekochte Mus in Gläser oder Mustöpfe gefüllt und zu sogenannten Diemen (Stapel in der traditionellen Landwirtschaft) aufgestellt. So hatten die Leimbacher Vorräte ihres geliebten Muses für das ganze Jahr. Noch heute feiern die Leimbacher das Musfest, wo gemeinsam Mus gekocht und natürlich auch gegessen und Hochprozentiges getrunken wird.

Vereine:
  • Kultur- und Karnevalverein Leimbach e.V.
  • SG Leimbach e.V.
  • Schützenverein zu Leimbach 1877 e.V.
  • Seniorenvereinigung Leimbach
  • Gemischter Chor 1909 Leimbach e.V.
  • Förderkreis „Erhaltung der Leimbacher Kirche“
  • Landfrauenbund
  • Forstbetriebsgemeinschaft „Leimbacher Wald“

Veranstaltungen:
  • Karneval
  • Osterfeuer
  • Kirmes
  • Volks- und Heimatfest
  • Sportfest
  • Weihnachtsmarkt
  • Museumsfest
  • Musfest
  • Bauernball
  • Seifenkistenrennen

Ansprechpartner:
Ortsteilbürgermeister
Thomas Mund
Dorfgemeinschaftshaus
Hardtstraße 7
99734 Nordhausen / OT Leimbach
Telefon. 03631 894659


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