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2. Wohnungsmarktbericht für Thüringen vorgestellt: Prognose für Nordhausen vergleichsweise günstig

Freitag, 29. März 2019, 13:47 Uhr
Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft hat am 14.03.2019 den zweiten Wohnungsmarktbericht für Thüringen vorgestellt. Darin wurden die Auswirkungen der Veränderungen der Bevölkerungsentwicklung, der Altersstruktur und der Haushaltegrößen auf den Wohnungsmarkt untersucht und bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Die Analysen und Prognosen des Thüringer Wohnungsmarktberichtes decken sich mit den Ergebnissen der laufenden Beobachtung des kommunalen Wohnungsmarktes durch die Stadt Nordhausen und den im Februar vorgestellten Wohnungsmarktbericht. Die relevanten Kernpunkte des Wohnungsmarktbericht des Landes für die Stadt Nordhausen sind hier dargestellt:
  • Die Anzahl der Haushalte wird noch etwa bis 2022 ansteigen, welches insbesondere eine Folge der Alterung ist. Hauptsächlich die 1-2 Personenhaushalte nehmen zu (2017 lebten bereits 74 % der Einwohner des Landkreises Nordhausen in Haushalten mit 1-2 Personen). Die Anzahl größerer Familienhaushalte hingegen nimmt ab. Insgesamt jedoch sinkt die Haushaltezahl des Jahres 2017 um weitere 2,3 % bis zum Jahr 2030.
  • Steigende Haushaltezahlen, insbesondere als Folge der wachsenden Zahl an kleinen Haushalten, führen kurz- bis mittelfristig zu einem deutlich höheren Wohnungsbedarf. Bis 2022 werden thüringenweit mehr als 36.600 zusätzliche Wohnungen vor allem im Geschosswohnungsbau benötigt, mehrheitlich in den größeren Städten, um alle Haushalte zu versorgen. In den Jahren bis 2027 steigt der Bedarf auf rund 42.200 Wohnungen, was etwa dem Höchststand entspricht. Diese Wohnungen werden vor allem von Senioren nachgefragt und sollten daher barrierearm bis barrierefrei sein. Das bedeutet, das kurz- und mittelfristig gut neun von zehn Wohnungen in Mehrfamilienhäusern benötigt werden. Ab 2030 ist der Bedarf dann wieder leicht rückläufig.
  • Da die Haushaltezahlen langfristig sinken, wird es bis 2030 parallel zu einem Wohnungsüberhang von 44.200 Wohnungen in Thüringen kommen. Beträgt der Wohnungsüberhang bis 2022 nur knapp 9.800 Einheiten, werden bis 2027 bereits 26.400 Einheiten zusätzlich leer stehen. Für den Landkreis Nordhausen werden mehr Wohnungsüberhänge (2.467 Wohnungen absolut bis 2030) als Neubedarfe (absolut 1.725 Wohnungen) prognostiziert. Dabei verläuft die Entwicklung in Stadt und Landkreis voraussichtlich unterschiedlich: bei Mehrfamilienhäusern wird für den Landkreis ein Überhang von mehr als 6 % erwartet, für die Stadt dagegen ein Neubedarf von 6 10 % des Wohnungsbestandes von 2017 (1400 2400 WE).
  • Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ergeben sich für die Stadt 0 bis 2,5 % und im Landkreis 5 bis 10 % Überhänge gemessen am Wohnungsbestand 2017.
  • Die Angebotsmiete für eine sogenannte Referenzwohnung in Thüringen liegt im Mittel bei 5,49 /qm (im Landkreis Nordhausen bei 5,07 /qm). Das heißt, preiswertes Wohnen ist damit vielerorts möglich. Die Durchschnittsmiete von SWG und WBG betrage noch immer unter 5 Euro pro Quadratmeter und habe sich im Zeitraum von 2011 bis 2017 um insgesamt 9 Prozent erhöht (im Schnitt 1,1 Prozent / Jahr).
  • Etwa 52 % aller Thüringer Wohnungen befinden sich in Mehrfamilienhäusern, knapp 44 % aller Thüringer leben in Eigentumswohnungen bzw. Häusern. Unter den Wohnungseigentümern sind die Senioren (ab 65 Jahren) mit knapp einem Drittel eine bedeutende Altersgruppe. Ihr hoher Anteil ist ein Hinweis auf den bevorstehenden Generationenwechsel bei den privaten Eigentümern. Der Nachfrage nach Baugrundstücken für Einfamilienhäuser kann derzeit noch gut durch Restflächen in den Baugebieten sowie zahlreiche Baulücken im Stadtgebiet nachgekommen werden. Das Baulückenkataster wird in Kürze auf der städtischen Internetseite verfügbar sein.
  • Die aktuelle Wohnungsleerstandsquote in Thüringen beträgt rund 8 %, im Landkreis Nordhausen liegt sie bei 5,2 %, im Stadtgebiet Nordhausen unter 4 %. Dieser sehr niedrige Wert für die Stadt Nordhausen entspricht in etwa der notwendigen Fluktuationsreserve, die Umzüge erst ermöglicht. Wohnungsmärkte mit einer derartigen Leerstandquote gelten als gesund.


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