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Nordhäuser Personenstandsregister demnächst digitalisiert und langzeitgesichert

Freitag, 13. Januar 2023, 07:56 Uhr
Personenstandsregister (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Personenstandsregister (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Nordhausen (psv) Um den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Nordhausen familiengeschichtliche Forschungen weiter zu erleichtern, hat das Stadtarchiv alte Namenslisten zu den überlieferten Personenstandsregistern seit 1874 retrokonvertiert, überarbeitetet und digital fortgeführt. Die Ergebnisse sind auf der Internetseite des Stadtarchivs zu finden.

Auch an der Substanzerhaltung der oft stark abgenutzten oder beschädigten Originale wurde gearbeitet: Wie schon früher seitens des Standesamtes werden sie teilweise neugebunden oder umgeheftet. Heute sind über 95 % aller Register aus dem alten Nordhausen, den Ortsteilen und den zum Sprengel des heutigen Standesamtes gehörenden Orten durch säurefreie Mappen und standardgemäße Schutzkartonierung optimal geschützt. Das bedeutete aber noch nicht, dass eine Mikroverfilmung oder Digitalisierung der allein über 400 Originalbände aus dem Stadtgebiet aus eigener Kraft möglich gewesen wäre. Dafür standen bisher weder Haushalts- noch Fördermittel zur Verfügung. Das Fehlen eines Schutzmediums verhinderte auch die direkte Einsichtnahme in die Register.

Das wird jetzt anders: die Nordhäuser Personenstandsregister wurden angesichts des einzigartigen Charakters der Standesamtsunterlagen aufgrund des Verlustes zahlloser Erstschriften 1945 und dem hohen familien- wie sozialhistorischen Wert der Archivalien, die sich in einer starken Benutzungsfrequenz niederschlagen, 2022 in das Programm der Bundessicherungsverfilmung aufgenommen. Der Kern der städtischen Register (Geburten 1874-1911, Trauungen 1874-1941 und Toten 1874-1991) wird im Jahr 2023 mit Mitteln des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe digitalisiert und auf langzeitbeständigem Mikrofilm gesichert.

Die seit Frühjahr 2022 aufwendig mithilfe von zwei Bundesfreiwilligen und weiteren Hilfskräften vorbereiteten Bände umfassen zusammen fast 150.000 Seiten. Sie werden der thüringischen Außenstelle des Bundesamtes im Hauptstaatsarchiv Weimar in den nächsten Monaten komplett samt Findmitteln digitalisiert und auf einem alterungsbeständigen Mikrofilm ausbelichtet. Dieser wird dann in einem bombensicheren Bunker mit hunderttausenden anderen nationalen Kulturgütern verwahrt. Seit dem 11. Januar 2023 sind die Geburts- und Trauregister Nordhausens, in Bewegung und zur Sicherungsdigitalisierung außer Haus. Sie sind voraussichtlich bis wenigstens ins Frühjahr 2023 nicht mehr benutzbar, es können auch keine Auskünfte erteilt oder Kopien angefertigt werden. Das Stadtarchiv bittet um freundliches Verständnis und Geduld!

Nach Abschluss dieser Aktion, die für die Stadtverwaltung Nordhausen kostenlos und datenschutzgerecht erfolgt, erhält das Stadtarchiv im Herbst 2023 die Originale zurück und über 150.000 Bilddateien zur digitalen Langzeitarchivierung. Letztere sollen dann bis 2024 für die Speicherung und Benutzung aufbereitet und auch ausbelichtet auf Mikrofilm im Archiv frei benutzbar werden.
Die Realisierung dieses Projektes wurde möglich durch großzügige Förderung seitens des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie durch das Landesarchiv des Freistaates Thüringen.
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