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Enges Zeitfenster für 48 Tonnen Stahlbeton
Freitag, 29. August 2025, 12:47 Uhr
Enges Zeitfenster für 48 Tonnen Stahlbeton (Foto: )
Nordhausen (psv) Am 28. August wurde im Nordhäuser Ortsteil Hochstedt für den Ersatzneubau des Durchlassbauwerks "Am Hochstedter Bach" (NDH8 074) das Stahlbetonfertigteil eingebaut. Beim vorhandenen Durchlass wurden im Zuge der regelmäßigen Bauwerksprüfung zahlreiche Schäden festgestellt.
Nach der Auftragsvergabe durch den Hauptausschuss der Stadt Nordhausen Ende 2024 wurde das Bauwerk als Fertigteil im Betonwerk hergestellt und ersetzt nun am selben Standort den bestehenden Durchlass. Baubeginn war Ende Juli 2025. Als erstes wurde das alte Bauwerk abgebrochen, danach die Baugrube auf Endtiefe ausgehoben und die Baugrubensohle mit Grobschotter befestigt. Es erfolgte zur Vorbereitung des neuen Bauwerks der Einbau von Schotterpolster und Sauberkeitsschicht.
Beim neuen Durchlassbauwerk handelt es sich um einen geschlossenen Rahmen in Stahlbetonfertigteilbauweise. Die lichte Weite (rechtwinklig) beträgt 1,9 m und lichte Höhe 1,6 m. Das Bauwerk führt ein HQ100 mit einem Freibord von ca. 90 cm ab.
Das Stahlbetonfertigteil wurde am Donnerstag eingehoben. Hierfür war eine Vollsperrung und ein Mobilkran erforderlich. Das Gewicht des Unterteils beträgt 40 t; und das Gewicht des Oberteils rund 8 t. Eine Herausforderung waren die beengten Verhältnisse im Bereich der bestehenden Bebauung. Erschwerend waren die Oberleitungen quer über die Baugrube sowie das enge Zeitfenster von 8:30 bis 12:00 Uhr, so Lina-Marie Bielefeldt, Sachgebiet Tiefbau im Bauamt der Stadt Nordhausen.
Hintergrund - Bauwerksprüfung Bestandsbauwerk:
Der vorhandene Durchlass wurde im Jahr 1989 errichtet. Er besteht aus einem Betonrohr DN 1000 sowie beidseitigen Stirnwänden aus massivem Beton. Das Bauwerk wurde zuletzt im Jahr 2020 im Rahmen einer einfachen Bauwerksprüfung nach DIN 1076 geprüft und mit der Zustandsnote 3,3 bewertet. Dabei wurden zahlreiche Schäden festgestellt. Vor allem durch die festgestellten Risse im Betonrohr, welche vermutlich auf die zu geringe Erdüberdeckung des Rohres zurückzuführen ist. Weiterhin ist die unterstromseitige Stirnmauer marode und zerfallen. Aufgrund der vorhandenen Schäden ist eine Instandsetzung des Bauwerkes nicht wirtschaftlich und sinnvoll.
Ende 2024 wurde der Bauauftrag an die Buchmann Bau GmbH & Co. KG, Domäne 5 in 06536 Südharz OT Rottleberode i.H.v. 162.575,96 € (brutto) vergeben. Die Planung erfolgte durch das Ingenieurbüro Probst GmbH, Blumenstraße 70 in 99092 Erfurt.