Gemeinschaftsmaßnahme Wiedigsburg/Elisabethstraße

I. Im Detail: Rosengasse, Wiedigsburg und Mühlgraben



Als eine letzte Aufgabe im Rahmen der Städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Altstadt“ der Stadt Nordhausen steht jetzt der grundhafte Ausbau der Erschließungsanlagen Rosengasse, Wiedigsburg und Mühlgraben an.

Bis zum 28. Februar 2021 werden im Bereich der Wendeschleife Elisabethstraße und an der Wiedigsburg vier Bäume gefällt. Der Baum im Wendekreis wird mit einer hohen Pflanzqualität ersetzt und mit einer artenreichen Unterpflanzung versehen. „Insgesamt werden im Rahmen der Maßnahme acht Bäume neu gepflanzt und damit doppelt so viel, wie durch die notwendigen Fällungen entnommen werden,“ so die zuständige Dezernentin Alexandra Rieger.

Planungsziele

Als eine letzte Aufgabe im Rahmen der Städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Altstadt“ der Stadt Nordhausen steht jetzt der grundhafte Ausbau der Erschließungsanlagen Rosengasse, Wiedigsburg und Mühlgraben an.
Bereits in den vergangenen Jahren konnte die Stadt Nordhausen gemeinsam mit privaten Investoren sowie dem Landkreis die bauliche Entwicklung im Quartier Hohensteinerstraße / Elisabethstraße / Altendorf / Behringstraße vorantreiben. Zahlreiche Gebäude wurden hier saniert oder neu gebaut, Straßen mit ihren Versorgungsanlagen wurden erneuert.
Funktion und Gestaltung der Straßen und Freiräume wurde dabei aus dem bestehenden Rahmenplan „Altstadt“ und dem vom Stadtrat beschlossenen Quartierskonzept „Elisabethstraße“ entwickelt. Berücksichtigt wurden dabei besonders die funktionalen Bedürfnisse im Hinblick auf den ruhenden und fließenden Verkehr wie auch die hohen gestalterischen Ansprüche im Altstadtbereich. Im Ergebnis dieses Planungsprozesses werden nun interessante Stadträume und Aufenthaltsbereiche entstehen, aber auch die Zugänglichkeit der Grundstücke verbessert. Optionen für die spätere bauliche Entwicklung östlich der Wiedigsburg wurden berücksichtigt, ebenso Stellplätze im notwendigen Umfang. Auch den Erfordernissen des Klimaschutzes wird Rechnung getragen.

Funktionen

Der Verkehrsführung von der Hohensteinerstraße bis zur Rosengasse erfolgt wie bisher im Zweirichtungsverkehr. Die Rosengasse bleibt im Einrichtungsverkehr befahrbar. Die Straßenbreite wird auf das notwendige Maß reduziert. Damit wird die Verkehrssicherheit erhöht, Stellplätze, Geh- und Aufenthaltsbereiche bekommen mehr Raum. Borde trennen die Fahr- und Gehwege deutlich voneinander, sind aber überfahrbar.
Gegenüber der Rosenmühle wird ein neuer Gehweg geschaffen. Vor der Schule entstehen großzügige Aufenthaltsbereiche. Der Weg am Mühlgraben wird befestigt und der Mühlgraben hervorgehoben dargestellt.

Gestaltung

Lageplan: Abschnitt von der Hohensteinerstraße über Wiedigsburg, Rosengasse bis zum Alten Tor  (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Lageplan: Abschnitt von der Hohensteinerstraße über Wiedigsburg, Rosengasse bis zum Alten Tor (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Der Abschnitt von der Hohensteinerstraße über Wiedigsburg bis zum Alten Tor stellt die Verbindung der mittelalterlichen Altstadt zu den gründer- und neuzeitlichen Stadtquartieren am Alten Tor dar. Deshalb wurden hier hochwertige Pflastermaterialien (gesägter Granit) in verschiedenen Formaten und Verlegearten für die Oberflächen gewählt. Die Möblierung und Beleuchtung entspricht den bereits in der Altstadt verwendeten Elementen. Trotz schwieriger Bodenverhältnisse sollen neue Großbäume den Aufenthaltsbereichen Charakter verleihen.
Besonderes Augenmerk wird auf die Gestaltung des historischen Mühlgrabens gerichtet. Sein Verlauf wird mit entsprechender Bepflanzung, Sitzstufen am ehemaligen Ufer aber auch im neuem Pflaster illustriert.

Die Sitzstufen sollen das ehemalige Gewässerprofil des Mühlgrabens „hautnah“ erlebbar machen und eine artenreiche Staudenmischpflanzung im Mühlgraben wird dem Anspruch an mehr Biodiversität in urbanen Räumen Rechnung tragen. Highlight der Gestaltung des historischen Mühlgrabens ist eine Kaskade an der Rosenmühle entsprechend des historischen Vorbildes. Hier soll soweit technisch möglich - Oberflächenwasser im Bereich des Mühlgrabenbettes durch Überstauung gesammelt werden, wobei überschüssiges Wasser versickern soll. Diese Bauweise soll neben gestalterischen Aspekten auch den Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken und ist zukunftsweisend ressourcenschonend angelegt. Geländer über dem Mühlgraben entlang der Gehwege verleihen diesen einen Brückencharakter.

Ablauf

Die Vergabe des Bauauftrages an die Nordhäuser Firma Granitbau ist im Dezember bereits erfolgt. Sie ist auch Auftragnehmer für den Neubau der Wendeschleife in der Elisabethstraße. Beide Vorhaben werden wegen der Verkehrsführung während der Bauzeit nacheinander ausgeführt, beginnend mit der Wendeschleife voraussichtlich im März. Die Bautätigkeit soll insgesamt bis zum Sommer 2023 abgeschlossen sein.


II. Im Detail: Buswendeschleife Elisabethstraße



Ausbau Buswendeschleife Elisabethstraße:

Da für den die Haltestelle anfahrenden ÖPNV die Hohensteinerstraße Zu- und Abfahrtsstraße darstellt, ist im Bereich der „Elisabethstraße“ eine Buswendeschleife erforderlich. Eine Buswendeschleife ist derzeit zwar vorhanden, diese ist aber nicht durch bauliche Maßnahmen von den anschließenden Nebenflächen getrennt, sondern lediglich mittels Farbmarkierung auf den unterschiedlichen Oberflächenbefestigungen gekennzeichnet. Vorgesehen ist der Umbau der Flächen zu einer Buswendeschleife gemäß der „Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen“ (RASt Ausgabe 2006).
Der grundhafte Ausbau der Buswendeschleife in der Elisabethstraße schließt die Anpassung der Einmündungen und Nebenflächen im Vorgriff auf den dort künftig noch zu erwartenden Ausbau mit ein. Ferner erfolgt die Sicherung des Kabel- und Leitungsbestandes sowie die Ausführung notwendiger Umverlegungen. Darunter:
  • ca. 105 m Trinkwasserversorgungsleitung,
  • ca. 7 m Niederspannungskabel,
  • ca. 110 m Gasversorgungsleitungen,
  • ca. 120 m Fernmeldeanlagen,
  • ca. 12 m Netkom-Kabel,
  • ca. 35 m Breitbandversorgung.

Buswendeschleife Elisabethstraße (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Buswendeschleife Elisabethstraße (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen)
Die erforderliche Mindestüberdeckung ist durch die Absenkung des Gefälles der Fahrbahn der
Wendeschleife nicht mehr gegeben. Teilweise erfolgt die Überbauung der Kabel bzw. Leitung mit Bordanlagen bzw. der Oberflächenentwässerung (auch Straßenabläufe). In diesen Bereichen werden Kabel und Leitungen ebenfalls umverlegt. Seitens der Nordhausen Netz GmbH wird eine neue Trafostation am Rand der Wendeschleife errichtet.

Ausführungsplan der Baumaßnahme:


1. Teilbauabschnitt:
Der Baubeginn der Wendeschleife Elisabethstraße ist für März 2022 geplant. Die Ausführung der Baumaßnahme erfolgt, in Abstimmung mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde,
unter Vollsperrung. Für die Erreichbarkeit des Ökumenischen Kindergartens wird es über den Mühlhof in Richtung Elisabethstraße eine Anbindung geben. Die Garagen im Übergang zwischen Wendeschleife und Hohensteinerstraße sind ebenfalls erreichbar.

2. Teilbauabschnitt:
Der Baubeginn an der Wiedigsburg erfolgt nach Fertigstellung des 1. Teilbauabschnitts im Zeitraum der Sommerferien 2022. Hier erfolgt eine weitere Unterteilung der Maßnahme in 2 Bauabschnitte (Ecke Haus-Nr. 5), damit ist u.a. die Feuerwehr-Zufahrt über den Lehrer-Parkplatz zum Herder-Gymnasium gewährleistet.
Bauende: ca. Mai 2023

Gestaltung der Oberflächen:
  • Fahrbahn: Asphalt
  • Die Gestaltung der Darstellung des ehemaligen Mühlgrabens (Fahrbahn) sowie die Übergangsbereiche von Wendeschleife in Richtung Elisabethstraße sowie Mühlhof erfolgt mittels Naturstein (Granit).
  • Für den Gehweg im Bereich Hohensteinerstraße wird Betonsteinpflaster (Rechteck, Grau) verwendet. Der Gehweg in der Elisabethstraße (Altstadtbereich) wird mit Naturstein-Kleinpflaster (Granit) versehen.
  • Anpassungsbereiche im Bereich Mühlhof (weitere Stellplätze) erhalten eine ungebundene Deckschicht.
  • Die Stellplätze im Innenkreis der Buswendeschleife werden mittels Naturstein-Kleinpflaster (Granit) dargestellt. Des Weiteren wird im Innenkreis der Buswendeschleife eine Grünfläche mit Bäumen angelegt.


Finanzierung:

Die Projektkosten für den städtischen Anteil der Bauleistungen, darunter allgemeine Baukosten, Verkehrsanlagen, der „Gemeinschaftsbaumaßnahme Elisabethstraße und Wiedigsburg in Nordhausen“ belaufen sich auf 1.745.529,81 Euro. Da die Baumaßnahme im Bauteil Elisabethstraße (Wendeschleife) insbesondere für die Aufrechterhaltung der Nutzung von größeren Fahrzeugen (u.a. Busse des ÖPNV) notwendig ist, erhält die Stadt Nordhausen Fördermittel (75 % der förderfähigen Kosten) aus der ÖPNV-Investitions-förderung des Freistaats Thüringen.
Das Bauteil „Rosengasse, Wiedigsburg und Mühlgraben“ befindet sich im Sanierungsgebiet Altstadt. Dadurch wiederum erhält die Stadt Nordhausen Fördermittel (80 % der förderfähigen Kosten) aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“.

Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.