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"Nordhausen im April 1945": Fimvorführung mit anschließender Diskussion

Donnerstag, 05. Oktober 2006, 07:38 Uhr
Nordhausen (gstmb) Am Freitag, dem 6. Oktober werden im Kinosaal der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora um 19.00 Uhr Filme vorgeführt, die im April 1945 von der US-Armee in Nordhausen angefertigt wurden. Gezeigt werden das Lager Dora und das KZ-Außenlager Boelcke-Kaserne direkt nach der Befreiung sowie das Vorrücken der amerikanischen Truppen in die Stadt Nordhausen und der Versuch der US-Soldaten, Plünderungen in der Stadt zu unterbinden.

Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Dr. Jens-Christian Wagner wird die gezeigten Szenen kommentieren und in den historischen Zusammenhang stellen. Mit der Veranstaltung über das Kriegsende in Nordhausen soll im Rahmen des Nordhäuser Bündnisses gegen Rechtsextremismus ein deutliches Zeichen gegen den NPD-Aufmarsch am 7. Oktober gesetzt werden. Alle Interessierten sind eingeladen, an dem Vortrag und der anschließenden Diskussion teilzunehmen. Der Eintritt ist frei.

Als am 11. April 1945 amerikanische Soldaten in Nordhausen einrückten, machten sie am südlichen Stadtrand eine grausige Entdeckung: In den Trümmern einer durch britische Luftangriffe zerstörten Luftwaffen-Kaserne fanden sie die Leichen von über 1000 ausgemergelten KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern, zwischen denen einige Hundert Sterbende lagen, für die jedoch jede Hilfe zu spät kam. In den folgenden Wochen gingen die Fotos und Filmaufnahmen von den auf dem Hof der Boelcke-Kaserne aufgereihten Toten (darunter mehreren Kleinkindern und Säuglingen) um die Welt und prägten vielerorts das Bild vom nationalsozialistischen Lagerterror.

Die Aufnahmen, die im Lager Dora nach der Befreiung des Konzentrationslagers am 11. April gefilmt wurden, sind der breiten Öffentlichkeit dagegen kaum bekannt. Die Filme zeigen einige der wenigen Hundert im Lager verbliebenen befreiten Häftlinge. Die meisten ihrer Leidensgenossen wurden Anfang April auf sogenannte Todesmärsche geschickt.
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