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Am Freitag ist Eröffnung - Ausstellung: „Spuren und Schätze ? die Reformation in Nordhausen“

Montag, 16. August 2004, 15:16 Uhr
Nordhausen (psv) Nordhausen war eine der ersten deutschen Städte, die sich der Reformation anschloss. Ein entsprechendes Ratsdekret datiert auf den 26. September 1524. Dem 480-jährigen Jubiläum der Reformation in Nordhausen widmet sich jetzt erstmals eine Ausstellung unter dem Titel „Spuren und Schätze ? die Reformation in Nordhausen“.

Sie wird vom städtischen Kulturamt ausgerichtet und am kommenden Freitag, dem 20. August, um 18 Uhr von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke in der städtischen Galerie „Flohburg“ in der Barfüßerstraße eröffnet.

Entlang von 9 Stationen werden die Besucher durch die Ausstellung und die Geschehnisse der Reformation geführt ? beginnend beim Thema „Die Reichsstadt Nordhausen um 1500“ über „Nordhausen im Spannungsfeld von Kaiser und Reich“, „Nordhäuser Stätten der Reformation“ und „Verlauf und Festigung der Reformation“ bis hin zum Thema „Die Reformatoren“. Hier wird u.a. Leben und Wirken Martin Luthers und Melanchtons sowie der Nordhäuser Reformations-Protagonisten Johannes Spangenberg, Michael Meyenburg, Justus Jonas, Lorenz Süße und Michael Neander erläutert.
Ergänzt werden die Ausstellungs-angebote um eine Chronologie der Reformation ? im Kontext ihres Verlaufes in Europa.

Erstellt wurde die Ausstellung federführend vom Nordhäuser Künstler Jürgen Rennebach: “Die Reformation war für Nordhausen eine der spannendsten, wichtigsten und lebendigsten Perioden ? es war einfach an der Zeit, dass sich eine Ausstellung dem Thema widmet.“ Spannend und lebendig ? so sei auch die Ausstellung konzipiert, sagt Rennebach. „Die Ausstellung ist kurzweilig, quasi ein lebendiges Geschichtsbuch ? und dürfte besonders interessant für Jugendliche sein.“

Zu jedem Ausstellungskapitel werde es eine kurze schriftliche Erläuterung geben ? im Mittelpunkt stehe aber die Dokumentation anhand von Zeitzeugnissen. Dafür habe man nicht nur viel Literatur studiert, sondern auch u.a. im Stadtarchiv und Museumsdepot recherchiert und dort interessante Fundstücke zu Tage gefördert. Rennebach: „Die Besucher können sich auf exzellente Exponate freuen, die z.T. zum ersten Mal gezeigt werden. Darunter ist ein Messbuch aus Pergament aus dem 17. Jahrhundert mit hervorragenden Handmalereien, ein original Reliquienbehälter aus dem 15. Jahrhundert, der in der Blasii-Kirche stand und eine Monstranz aus dem selben Jahrhundert. Darüber hinaus wird es in der `Flohburg´ einen Folterschrank mit entsprechenden Werkzeugen zu sehen geben, im Zusammenhang mit dem Bauerkrieg zeigen wir Waffen und eine Rüstung, die damals im Einsatz waren; es gibt eine Kopie des `Lutherglases´ und die Holzfiguren-Gruppe `Christus, Simon von Kyrene und ein Soldat`, die ursprünglich in einer Nische am Töpfertor und dann im Meyenburg-Museum stand, sowie viele wichtige Urkunden und Handschriften ? oft im Original.“ Am Ende der Ausstellung könnten die Besucher an einem Quiz zum Thema „Reformation in Nordhausen“ teilnehmen, dessen Gewinner mir Preisen belohnt würden.

Bei der Umsetzung der Ausstellung habe man sich auf Zuarbeiten des Nordhäuser Stadtarchives gestützt, viele Hinweise seien u.a. vom ehemaligen Katecheten Herbert Gerhardt gekommen und bei der Suche nach geeigneten Exponaten habe die Mitarbeiterin des Museums-Depots große Unterstützung geleistet.

Die Ausstellung endet am 26. September mit einer Finissage ? also exakt an dem Tag, an dem vor 480 Jahren die Reformation per Dekret in Nordhausen „eingeführt“ wurde.

Führungen durch die Ausstellung gibt es durch die Stadt- und Gästeführergilde an jedem Sonnabend um 15 Uhr. Dem Schwerpunkt „Stätten der Reformation Nordhausen“ widmen sich während der Ausstellungszeit auch die Mitglieder des Geschichts- und Altertumsvereines. Die Stadtrundgänge, die immer donnerstags auf dem Gelände der Landesgartenschau beginnen, führen zu den Stätten der Reformation in Nordhausen, eingeschlossen ist der Besuch der „Flohburg“.

Die Flohburg hat täglich ? außer montags ? von 10 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags bis 19 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Zum Bild: Die Museums-Mitarbeiter Günter Ballmann (links) und René Hellriegel bereiten derzeit die Exponate für die Ausstellung vor. Hier bringen Sie eine Figur aus der Gruppe „Christus, Simon von Kyrene und Soldat“ an ihren Platz.
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