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FAQs zum Albert-Kuntz-Sportpark (AKS)

Welches Budget steht für einen Umbau des AKS zur Verfügung?
Seit Anfang dieses Jahres sind im Landeshaushalt ca. sechs Mio. Euro für die Baumaßnahme AKS eingestellt. Die Stadt steht zu ihrem Wort und stellt freiwillig/ als sog. „freiwillige Leistung“ eine Million Euro für die Sanierung bereit. Der Verein FSV Wacker 90 Nordhausen hat mit Schreiben vom 19.07.2018 eine Million Euro Eigenanteil zugesichert. In Summe stehen damit ca. acht Millionen Euro zu Verfügung.


Wie steht die Stadt Nordhausen zu den Umbauplänen des AKS?
Die Stadt hat sich der Diskussion entlang klarer Konzepte zu keiner Zeit entzogen. Dabei galt und gilt Investitionen entsprechend der Haushaltslage abzuwägen. Gleichermaßen gilt dies auch für den wirtschaftlichen Betrieb des AKS. Das Bekenntnis zum Sportpark aber auch zum Verein lässt sich in konkreten Projekten ausdrücken, zum Beispiel:
  • Neuer Trainingsplatz: Investition von 543.960 Euro, davon Stadt über 326.000 Euro, Rest Fördermittel des Landes.
  • Neue Flutlichtanalage: mit Miete und Umbau ca. 200.000 Euro.
  • Wellenbrecher: 6.200 Euro.
  • Unterhaltung jährlich (ohne Personalkosten und Abschreibungen, durchschnittlich ab 2010): 72.871 Euro brutto.
  • Nicht zu vergessen die jährlichen Sponsoringsummen der städtischen Betriebe.
Mit Blick auf den Investitionsstau ist aber auch klar, dass Nichtstun keine Option für den AKS ist.


Wie steht die Stadt Nordhausen zu den Zielen des Vereins Wacker Nordhausen?
Die Stadt ist am sportlichen Erfolg aller städtischen Vereine interessiert und unterstützt diese - im Rahmen der Möglichkeiten - wo notwendig. Die Vorstellungen des Vereins Wacker 90 Nordhausen, den sportlichen Erfolg zu suchen und die Höherklassigkeit anzustreben, sind daher nachvollziehbar.


Warum hat die Stadt die Prinzipstudien beauftragt?
Der Oberbürgermeister hat aus zweierlei Gründen die Prinzipstudien zum Um- bzw. Neubau mit Aussagen zur funktionalen Ausbaukonzeption und Kostenermittlung in Auftrag gegeben. Zum einen sollen die Fehler der Vergangenheit vermieden werden, Projekte entlang von Fördermittelzusagen in der Stadt umzusetzen die sich im Nachhinein als nicht nachhaltig herausstellen und in Umsetzung und Betrieb die Stadt über Gebühr belasten. Des Weiteren ist gegenüber dem Fördermittelgeber die Kostenermittlung plausibel darzulegen. Bisher existiert keine tragfähige Studie, die die aktuelle Aufgabenstellung umfassend analysiert.

Die Stadt hat immer kommuniziert, dass trotz des Angebots der Übernahme des AKS durch den Landkreis Nordhausen, der Fördermittelantrag noch in diesem Jahr gestellt wird, um die Landesmittel in Höhe von ca. sechs Millionen Euro für die Region zu sichern.


Warum erfolgte die Beauftragung der Prinzipstudien erst im Juni 2018?
Das Vorgehen bei der Vorbereitung des Abrufs der im Landeshaushalt eingestellten Gelder in Form von Schuldendiensthilfen entspricht beim AKS dem der Theatersanierung – es gelten die gleichen Termine. Die vom Land Thüringen geforderte Plausibilisierung des veranschlagten Kostenrahmens konnte beim Theater bereits vor der Haushaltsfreigabe erfolgen, da diese Leistungen durch den Freistaat Thüringen zu 100 % gegenfinanziert wurden und somit nicht den städtischen Haushalt bzw. die vorläufige Haushaltsführung der Stadt Nordhausen unmittelbar betrafen. Die Möglichkeit der Beauftragung der Planungen für den AKS während der vorläufigen Haushaltsführung blieb der Stadt verwehrt. Seit dem 01.06.2018 verfügt die Stadt Nordhausen über einen genehmigten Haushalt. Insofern konnte beim AKS die Plausibilisierung des Kostenrahmens erst nach der Freigabe des Haushaltes erfolgen.


Welche Aufgaben wurden an die beauftragten Büros gestellt?
Die Firma Drees & Sommer wurde damit beauftragt, im Rahmen der Erstellung des Fördermittelantrages, die Plausibilisierung des Umbaus des AKS auf ein 5.000 Zuschauer umfassendes Stadion sowie dessen Erweiterung auf ein 10.000 Besucher fassendes Stadion darzustellen. Als Kostenrahmen wurde das bestehende o. g. Budget von acht Millionen Euro veranschlagt.
Des Weiteren wurde das Büro Albert Speer und Partner mit der Kostenermittlung der Kostengruppen 200 – 700 gemäß DIN 276 (Herrichten und Erschließen, Baukonstruktionen und technische Anlagen des Bauwerks, Baunebenkosten, etc.) für ein 5.000 Zuschauer fassendes Stadion sowie dessen Erweiterung auf ein 10.000 Zuschauer fassendes Stadion beauftragt.

Die Zuarbeiten der Fachbüros sollte
  • den wirtschaftlichen Einsatz der Fördergelder in Varianten und entsprechend der lizenzrechtlichen Vorgaben prüfen.
  • die Möglichkeiten des Einsatzes der Fördermittel in Bezug auf die Realisierung eines Basisstadions für den derzeitigen Ligabetrieb sowie die Möglichkeit eines Perspektivstadions für die nächst höhere Spielklasse prüfen.
  • dabei auch die vorhandene Studie der HaBau Hoch- und Tiefbau GmbH aus Heringen aus dem Jahr 2015 einbeziehen.


Warum ist eine Plausibilisierung der Habau-Studie aus 2015 notwendig?
Die in 2017 in Aussicht gestellten Mittel des Landes wurden durch den Beschluss des Landeshaushaltes 2018/19 vom 13.02.2018 (rückwirkend zum 01.01.2018) manifestiert. Ein entsprechender Fördermittelantrag ist schnellstmöglich aber spätestens bis 11/2018 im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) einzureichen um eine fristgerechte Prüfung und Entscheidung durch den Fördermittelgeber zu ermöglichen. Der Fördermittelantrag hat die seitens des TMIL vorgegebene Bezeichnung: Finanzierung eines Darlehens (Zins- und Tilgungsleistungen) für das Infrastrukturvorhaben „Sanierung des Stadions in Nordhausen“.


Grundlage der eingestellten Fördermittel ist die vom Verein Wacker Nordhausen beauftragte Studie der Firma Habau aus 2015 mit einer Kostenaussage von 7,5 Mio. Euro für ein entsprechendes Regionalligastadion mit 5.200 Plätzen. Basierend auf der Studie wurde im Mai 2018 durch den Verein ein Raumbuch erstellt und der Stadt übergeben. Der Kostenrahmen des Projekts wurde nach Übermittlung dieses Raumbuches im Bauamt auf Plausibilität geprüft. Im Ergebnis wurden Kosten im zweistelligen Millionenbereich festgestellt. Die Erstellung einer detaillierten Kostenplanung für ein Regionalligastadion mit Ausbaumöglichkeit für die 3. Liga war durch das Bauamt der Stadt Nordhausen nicht möglich.

Auf Anfrage des Bauamtes hat das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV als Mittelbehörde dem TMIL unterstellt) dezidiert mitgeteilt, welche Inhalte diese Prinzipstudien haben sollen (06.06.2018):
  • nutzflächenbezogenes Raumprogramm, z. B. Anzahl Umkleidekabinen mit m² NF, WC-Anlagen Besucher, Gastronomieflächen, etc.).
  • belastbare Kostenaussage zu den Kostengruppen KG 200 – 700.
  • eine belastbare Vorhabenbeschreibung.
Des Weiteren wurde vereinbart, die Prinzipstudien dem Fördermittelgeber vorzulegen, da Nachforderungen oder Streichungen zu erwarten sind. Dies entspricht dem Vorgehen der Vorplanungen der Theatersanierung.


Welche Entwicklungschancen des AKS zeigen die Prinzipstudien auf?
  • Im Rahmen des o. g. Budgets ist eine bedarfsorientierte Sanierung und Modernisierung am gegenwärtigen Standort für den Regionalligabetrieb möglich.
  • Eine Umsetzung der im Rahmen der Habau-Studie aufgezeigten Investition in ein neues Stadion mit einem Aus- und Umbau der Westtribüne (Grundlage Habau-Studie aus 2015 als Wunschlösung des Vereins Wacker 90 Nordhausen) ist im o.g. Kostenrahmen nicht möglich. Die Machbarkeitsstudie beziffert die Kosten eines solchen Neubaus für die derzeitige Spielklasse (Regionalliga) auf 15,4 Mio. Euro.
  • Die voraussichtlichen Kosten eines drittligatauglichen Stadions, also den 100 % Ausbau des unter 2. genannten Neubaus eines Regionalligastadions, sind noch nicht beziffert. Diese würden zusätzlich auf die avisierten 15,4 Mio. Euro zu Buche stehen.
  • Unabhängig von der Finanzierung empfiehlt das Gutachten anhand der Lizenzierungsvorgaben seitens des DFB sowie mit Blick auf Emissionen, die verkehrstechnische Anbindung sowie Sicherheitsaspekte, erhebliche Betriebs- und Realisierungsrisiken für ein drittligataugliches Stadion am gegenwärtigen Standort.


Kann es eine Baugenehmigung für ein Stadion mit 10.000 Plätzen geben?
Das Thema Baugenehmigung für ein Stadion der 3. Liga stellt sich zu diesem Zeitpunkt nicht (mehr). Es liegen zwei Prinzipstudien vor, die ein Stadion dieser Dimension am jetzigen Standort aus belastbaren Gründen nicht empfehlen. Des Weiteren – und nicht minder wichtig – weist das Papier von Drees & Sommer ein riesiges Delta in der Finanzierung zwischen dem o. g. Budget und den veranschlagten Kosten eines Neubaus für die derzeitige Spielklasse (Regionalliga) klar aus. Diese Finanzierungslücke kann die Stadt nicht allein füllen.

Erklärung des Oberbürgermeisters zu den Ergebnissen und des weiteren Vorgehens:

Das Gutachten zeigt zum ersten Mal verifizierbare Fakten für die Diskussion um den Neubau des AKS und ggfs. dessen Ausbau hin zu einem drittligatauglichen Stadion. Es wird deutlich, dass ein Neubau für den derzeitigen Ligabetrieb im Rahmen der veranschlagten 15,4 Mio. Euro sowie für dessen Erweiterung im Zuge des potentiellen Aufstiegs des Vereins Wacker 90 Nordhausen, finanziell durch die Stadt und mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung nicht darstellbar ist. Alle anderen Projekte der Stadt Nordhausen würden für den AKS in der Priorität um Jahre zurücktreten müssen.

Mit Blick auf die Finanzierungsseite führt Buchmann aus: „Ich werde mich natürlich für eine Erhöhung der zugesicherten Fördermittel des Freistaates vor Ort in Erfurt einsetzen. Dies würde ich auch bei einer Übertragung des AKS an den Landkreis gemeinsam mit dem Landrat tun!“