Projektbeschreibung
Januar 2023 - Öffentlichkeitsbeteiligung Ehrenfriedhof
Hier wurde das Projekt, wie durch den Stadtrat der Stadt Nordhausen auf Grundlage der Empfehlung der Kommission zur Empfehlung der Neugestaltung des Ehrenfriedhofes Nordhausen beschlossen, vorgestellt. Im Anschluss erfolgte eine Vor-Ort-Begehung auf dem Gelände des Ehrenfriedhofs, um die Schadbilder an den Bäumen und deren Entnahme zu erläutern. Viele interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.
- Präsentation Konzept und Baumbestand Ehrenfriedhof (4.769 kByte)
April 2022 - Vorstellung des Projekts Ehrenfriedhof mit den Opferverbänden
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung erläuterten Oberbürgermeister Kai Buchmann und Sven Gerwien, Projektverantwortlicher der Stadtverwaltung, die Pläne zur Neugestaltung des Ehrenfriedhofs. Im Dialog mit den Vertreterinnen und Vertretern der Opferverbände konnte das Projekt erklärt und auch Anregungen mitgenommen werden.
Januar 2022 - Grabplatten auf dem Ehrenfriedhof restauriert
Dazu wurden mittels Sandstrahlreinigung Auflagerungen, Kalkversinterungen und Verschmutzungen von den Grabsteinen entfernt. Bei fünf Liegeplatten, deren Struktur durch Risse und Abplatzungen sehr stark gefährdet waren, hat der Restaurator Thomas Osius durch Klebungen mit zweikomponentigem Epoxidharz und kleinen Ergänzungen diese konservatorisch repariert. Weitere 19 Steine, die in der Draufsicht und an den Seitenflächen großflächige Risse und Versinterungen aufwiesen, wurden mit Mörtel verschlossen. Wichtig hier sei die Durchtrocknung der vermörtelten Risse und eine durchgängige Bauteil- und Umgebungstemperatur von 10-12 Grad Celsius, erklärt der Restaurator.
September 2021 - Beschluss des Konzepts der Kommission zur Empfehlung der Neugestaltung des Ehrenfriedhofes Nordhausen
Der Stadtrat der Stadt Nordhausen hat am 15. September 2021 beschlossen, das von der Kommission zur Empfehlung der Neugestaltung des Ehrenfriedhofes Nordhausen favorisierte Entwurfskonzept in Abstimmung mit dem hoheitlichen Träger des Thüringer Landesverwaltungsamtes umzusetzen. Für diese Baumaßnahme werden zur Deckung der voraussichtlichen Mehrausgaben nachstehende überplanmäßige Auszahlungen in Höhe von 100.000,00 € aus dem Konto Auszahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände – Breitbandausbau zu Gunsten des Kontos Ehrenfriedhof umgesetzt.Schwerpunkt der Neugestaltung ist die Sichtbarmachung der Sammelgräber, da die Grabreihen der über 2.300 bestatteten Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge nicht mehr erkennbar sind. Außerdem soll ein neues Informations-/Besucherleitsystem den Ehrenfriedhof als überregional bedeutenden Friedhof, Kriegsgräberstätte und Gedenkort nach Außen und im Gelände besser kennzeichnen, heißt es in der Begründung des Beschlusses. Die Gedenkstättenleitung des ehem. Das KZ Mittelbau-Dora hat für den weiteren Erneuerungsprozess fachliche Unterstützung zugesagt und auch das Thüringer Landesverwaltungsamt und die Thüringer Staatskanzlei werden, aufgrund der hohen Bedeutung des Vorhabens, dieses finanziell unterstützen.
August 2020 - Georadaruntersuchungen zur Grablagenbestimmung auf dem Nordhäuser Ehrenfriedhof
Ziel der Untersuchung ist die Identifizierung der Grablagenausdehnung sowie die Verortung der Grablagen auf dem Ehrenfriedhof. Die Dokumentation der Messdaten/ Messergebnisse erfolgt in entsprechenden digitalen Kartenplänen.
Juli 2020 - Fachaussschussitzung
Bürgermeisterin Jutta Krauth führte in die Thematik und die Intention der Stadt Nordhausen ein. Die bessere Sichtbarmachung der Sammelgräber ist ein wesentliches Anliegen der KZ-Häftlingsorganisationen und Hinterbliebenen-/Opferverbände. Die Stadt Nordhausen möchte diesem Anliegen Rechnung tragen und eine der überregionalen Bedeutung des Friedhofes, Gedenkortes und der Kriegsgräberstätte angemessene Gestaltung voranbringen. Die breit abgestimmte Gestaltung des Geländes von 1999 nach den Plänen von IKON. Büro für Kultur und Geschichte soll dabei erhalten und ergänzt werden.
Nach dem Vortrag zur Geschichte der Entstehung des Ehrenfriedhofes und den Ereignissen in der Boelcke-Kaserne 1945 durch Sven Gerwien, verantwortlicher Planer in der Stadtverwaltung, präsentierten die drei in dem Metier erfahrenen Teams aus Erfurt bzw. Kassel und Braunschweig/Magdeburg ihre Entwürfe.
Hauptziele der Konzepte zur Neugestaltung sind:
- deutliche und dem Gedenkort angemessene Sichtbarmachung der Sammelgräber
- Erkennbarkeit der heute parkähnlich erscheinenden Fläche als Friedhof und Gedenkort
- Besucherführung und weiterführende Informationen zur Geschichte des Ehrenfriedhofes
Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen sind die gezeigten Gestaltungsideen in dieser Hinsicht vielversprechend. Aufgrund der für Kriegsgräberstätten spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten werden konkrete Entwurfsdetails erst im weiteren Beteiligungsverfahren veröffentlicht.
Allgemeine Zielstellung und Verfahren der Mehrfachbeauftragung
Die Mehrfachbeauftragung zur Neugestaltung des Ehrenfriedhofes erfolgt durch die Stadt Nordhausen mit dem Ziel, mehrere Ideen von Gestaltungsbüros zu generieren. Es werden drei verschiedene in dem Metier und der Thematik erfahrene Büros/Arbeitsgemeinschaften beauftragt. Soweit nicht ohnehin büroeigen, wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten aufgrund der freiraumplanerischen Schwerpunkte empfohlen.Die Arbeiten werden nach Einreichung umgehend vorgeprüft. Eine durch die Stadt berufene Bewertungskommission mit paritätischer Besetzung aus Sach- und Fachvertretern (u. a. der Stadtverwaltung, des Stadtrates und Experten) soll in einem mehrstufigen Prozess eine Empfehlung zur Weiterverfolgung abgeben.
Aufgabenstellungen Mehrfachausschreibung
Inhaltlich werden von den teilnehmenden Gestaltungsbüros Lösungen für folgende Aufgabenstellungen erwartet:- Sichtbarmachung der Sammelgräber (Reihengrabanlagen)
- Kennzeichnung der Zugänge, einfriedende Elemente
- Informationssystem, Besucherführung
- Weitere inhaltliche Zielstellungen für die Entwurfsarbeit
- Nachhaltige Gestaltung